Positives Jahresergebnis 2025: Meschede macht aus „dickem Minus“ ein „solides Plus“

Meschede. Aus einem „dicken Minus“ ist ein „solides Plus“ geworden: Statt mit einem Defizit von rund 7,8 Mio. Euro im Ergebnishaushalt hat die Stadt Meschede das Haushaltsjahr 2025 mit einem positivem Jahresergebnis von gut 3,7 Mio. Euro abgeschlossen – „unterm Strich“ eine Verbesserung von knapp 11,5 Mio. Euro. Diese Zahlen präsentierte Stadtkämmerer Jürgen Bartholme jetzt bei der Zuleitung des Jahresabschlusses 2025 an den Stadtrat. Allerdings: In den kommenden Jahren dürften positive Ergebnisse für die Kreis- und Hochschulstadt erst einmal der Vergangenheit angehören.

Deutliche Mehrerträge in Höhe von 3,6 Mio. Euro, aber auch um knapp 8,3 Mio. Euro geringere Aufwendungen haben für das Jahr 2025 zu der beachtlichen Ergebnisverbesserung geführt, rechnete Jürgen Bartholme vor. Insbesondere bei der Gewerbesteuer (+2,05 Mio. Euro) und beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (+0,57 Mio. Euro) sprudelten die Quellen für die Stadt Meschede stärker als erwartet.

Geringere Aufwendungen als im Haushalt vorgesehen gab es in mehreren Bereichen – zum Beispiel bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen (-1,25 Mio. Euro), bei den Kosten für die Instandhaltung und Unterhaltung (-0,83 Mio. Euro), der Abfallbeseitigung (-0,74 Mio. Euro) und saldiert bei vielen Einzelpositionen von -2,66 Mio. Euro.

In einem nächsten Schritt wird nun der Rechnungsprüfungsausschuss in seiner Sitzung am 7. Dezember den Jahresabschluss „unter die Lupe“ nehmen, bevor der Stadtrat ihn in seiner Sitzung am 15. Dezember feststellen kann. Das Jahresergebnis in Höhe von 3,7 Mio. Euro soll dann die so genannte Ausgleichsrücklage stärken – eine Art „finanziellen Puffer“ für die Stadtfinanzen, der in finanziell schlechteren Zeiten zum Haushaltsausgleich in Anspruch genommen werden kann. Rund 34,5 Mio. Euro wird diese Reserve dann betragen.

Und die dürfte in den kommenden Haushaltsjahren stark in Anspruch genommen werden, denn positive Jahresabschlüsse sind nach den Prognosen von Stadtkämmerer Bartholme nicht mehr zu erwarten. Das Grundproblem – wie in den allermeisten anderen NRW-Kommunen: Während die Einnahmen auf einem nach wie vor recht hohen Niveau stagnieren, steigen die Ausgaben deutlich an. Einfluss auf diese Aufwendungen können die Kommunen allerdings kaum nehmen.

Auch für das laufende Haushaltsjahr 2026 prognostizierte Jürgen Bartholme in seine Finanzzwischenbericht im Vergleich zu den Ansätzen deutliche Verbesserungen für den Ergebnishaushalt – und zwar in Höhe von gut 6,2 Mio. Euro. Weil aber im Haushaltsansatz ein Defizit von 11,9 Mio. Euro klafft, können die Verbesserungen diese Lücke auf dann „nur“ noch 5,7 Mio. Euro verkleinern – schließen lässt sie sich absehbar nicht mehr.

Bei der Gewerbesteuer rechnet Jürgen Bartholme in diesem Jahr mit deutlichen Mehrerträgen in Höhe von 1,8 Mio. Euro – „wenn das stabil bleibt, können wir uns glücklich schätzen“, so der Stadtkämmerer. Ausdrücklich dankte er den heimischen Betrieben für ihre gute Aufstellung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und die damit verbundenen Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt Meschede. Auch beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer sind Mehrerträge von rund 877.000 Euro zu erwarten. Tiefer in die Tasche greifen muss die Stadt Meschede hingegen bei der Kreisumlage – hier liegen die Aufwendungen um rund 254.000 Euro höher als geplant.

Ein Ergebnis des langfristigen Konsolidierungskurses mit positiven Jahresergebnissen: Die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Meschede ist zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf 140 Euro gesunken. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der HSK-Kommunen liegt dieser Wert bei 1.583 Euro, im NRW-Schnitt sogar bei 3.560 Euro.

Zudem konnte Jürgen Bartholme auf eine weitere positive Entwicklung aufmerksam machen – und zwar im Rahmen des Jahresabschlusses 2025 der Stadthallen GmbH: Die Auslastung der Stadthalle ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – von 56 Belegungstagen im Jahr 2024 über 71,5 im Jahr 2025 auf nun voraussichtlich 79,5 Tage. Steigerungen gab es dabei sowohl bei Tagungen und Gremiensitzungen wie auch bei der Belegung für kulturelle Veranstaltungen – die Zahl der Konzerte, Shows und Theateraufführungen stieg innerhalb von zwei Jahren von 16 auf 30, die der Kinderveranstaltungen von 8 auf 15,5. Jürgen Bartholme: „Auch wenn die Stadthalle ein „Zuschussgeschäft“ bleibt, ist sie ein Stadtortfaktor und Aushängeschild für die verschiedensten Veranstaltungsformate für Meschede.“