„Mit der Fertigstellung der Maßnahme ist ein wichtiger Beitrag zur dauerhaften Sicherstellung der Trinkwasserversorgung geschaffen“, sagt Bauleiter Joshua Koch von der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW), „und ebenso zur Erhöhung der Betriebssicherheit der Trinkwassertransportleitung im Verbandsgebiet.“
Die HSW ist Betriebsführerin des Wasserverbands, in dem die Städte Hallenberg, Medebach, Meschede, Olsberg, Schmallenberg, Sundern, Winterberg, die Gemeinden Bestwig und Eslohe sowie der Hochsauerlandkreis für eine sichere und verlässliche Trinkwasserversorgung zusammenarbeiten. Unter Einschluss der Nutzung kommunaler Anlagen betreibt der Wasserverband einen zurzeit rund 121 km langen Leitungsverbund zwischen allen Verbandsmitgliedern. Das Ziel: Zum Beispiel in Trockenperioden und Notsituationen kann das Verbundsystem Engpässe an einzelnen Punkten verlässlich ausgleichen.
Dazu dient unter anderem auch die Trinkwassertransportleitung am Köpperkopf. Sie führt von der Pumpstation Ulmecker Siepen bis zum Hochbehälter Suberg. Die neue Leitung aus duktilem Gussrohr ersetzt eine in die Jahre gekommene PVC-Leitung aus dem Jahr 1978, an der sich in der Vergangenheit Reparaturen und Störungen gehäuft hatten.
Das Problem: Da die Bestandsleitung nicht für längere Zeit einfach „vom Netz“ genommen werden kann, musste eine komplett neue Trinkwassertransportleitung verlegt werden – weitgehend parallel zur alten Trasse, an manchen Stellen aber auch mit mehr als 100 Metern Abstand. „Die Grundstückseigentümer haben hervorragend kooperiert“, freut sich Joshua Koch – eine sichere Trinkwasserversorgung ist eine Sache, von der alle profitieren.
Dass eine Leitung von knapp 2,45 Kilometer Länge erneuert wird, ist auch für den Wasserverband eine eher ungewöhnliche Baumaßnahme. Und dass sie sehr zügig umgesetzt werden konnte, ist auch dem Bauunternehmen Knoche zu verdanken: Der Betrieb aus Dorlar setzte für die Tiefbauarbeiten eine Anbaufräse am Bagger ein. Der Vorteil: „Auf diese Weise wird schnell und sicher ein sehr sauberer Graben angelegt“, erläutert Josef Knoche. Das Erdmaterial wird auf beiden Seiten des Grabens abgelegt und kann später sofort wieder eingebaut werden. Josef Knoche: „Im Vergleich zu einem gebaggerten Graben erzielt man eine enorme Zeitersparnis – und einen Graben wie im Bilderbuch“, schmunzelt der erfahrene Tiefbauer.
Ein weiterer Vorteil: Wasserverband und Firma Knoche arbeiteten bereits beim „südlichen Lückenschluss“ zusammen – einer neuen, mehr als 15 Kilometer langen Transportleitung für Trinkwasser zwischen den Hochbehältern “Robbecke” bei Bad Fredeburg und „Astenturm” bei Altastenberg. Joshua Koch: „Bei allen Beteiligten war das nötige ,Know-How‘ vorhanden – das passte gut.“ Auch eine weitere kniffelige Aufgabe – der so genannte Umschluss, bei dem unter anderem am Hochbehälter „Suberg“ von der alten auf die neue Trinkwasserleitung „umgestellt“ wird - klappte im Zusammenspiel problemlos.
Im Bereich der Ferienhäuser am Köpperkopf wurde zudem ein neuer Übergabeschacht für Hausanschlüsse und Armaturen als Gemeinschaftsbaumaßnahme der Hochsauerlandwasser GmbH mit dem Wasserverband errichtet. Zudem wurde ein neues Leerrohr neben der Transportleitung verlegt. Joshua Koch: „Falls irgendwann einmal das bestehende Steuerkabel ausfällt, kann nun einfach ein neues Glasfaserkabel mittels Druckluft eingeblasen werden.“
Inklusive Vor- und Nacharbeiten hat die umfangreiche Baumaßnahme nur drei Monate gedauert. Einen wichtigen Beitrag dazu hatte das Team der HSW geliefert, das alle erforderlichen Ingenieurleistungen für das Projekt erbracht hat, statt ein externes Ingenieurbüro mit diesen Aufgaben zu betrauen. Knapp 600.000 Euro hat der Wasserverband in die neue Trinkwassertransportleitung investiert. Besonders erfreulich für Joshua Koch: „Durch Eigenleistung und die reibungslose Zusammenarbeit ist das Projekt am Ende sogar günstiger geworden als geplant.“
