Meschede. Für die Mitglieder des Ausschusses für Generationen, Bildung, Freizeit und Soziales dürfte es ein Wechselbad der Gefühle gewesen sein: Auf der einen Seite Ideen und Konzepte für moderne und zukunftsweisende Sportstätten – und auf der anderen Seite Kosten in Millionen-Höhe. Und dennoch: Um zu einem späteren Zeitpunkt wichtige Projekte umsetzen zu können, müssen lokale Politik und Verwaltung zunächst einmal wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Eine solche Übersicht gab es jetzt in der jüngsten Ausschusssitzung.

Gemeinsam mit Planern präsentierte die Stadtverwaltung Machbarkeitsstudien für gleich mehrere Großprojekte im Stadtgebiet – und erfüllte damit einen Arbeitsauftrag, den es zuvor vom Stadtrat gegeben hatte. Insofern seien die Konzepte auch keine „Luftschlösser“, wie Bürgermeister Christoph Weber unterstrich – sondern vielmehr eine Grundlage, die man in künftige Haushaltsberatungen einbeziehen könne.

So wie zum Beispiel eine Umnutzung der St.-Luzia-Kirche in Berge. Für Gemeinde-Zwecke ist das Kirchengebäude viel zu groß – gleichzeitig fehlen Flächen für den Schul- und Vereinssport. Die Idee, die Architekt Ralf Schmidt vom Büro Schmidt präsentierte: „Eine mögliche Doppelnutzung: Eine Turnhalle mitten im Kirchenschiff – unter Berücksichtigung der Belange der Kirchengemeinde.“ Dafür müsste die rückwärtige Wand des Kirchengebäudes versetzt werden – dann würde sich Platz für ein rund 500 Quadratmeter großes Sportfeld finden. In den Seitenbereichen des Gebäudes wäre Platz für Sanitär- und Lagerräume. Und ein Seitenteil verbliebe für eine kirchliche Nutzung. Rund 100 Menschen hätten hier Platz – sollte mehr Fläche benötigt werden, könnte über Doppeltüren die Sportfläche mit in Anspruch genommen werden. Auf gut 3,1 Mio. Euro Kosten inklusive Planung schätzt die Stadtverwaltung den Projektumfang.

Noch aufwändiger wären die Planungen für eine Erweiterung der Turnhalle in Freienohl, die Architekt Ralf Schmidt vorstellte: In drei Bauabschnitten könnten hier zum einen durch einen Erweiterungsbau die bestehende Turnhalle und das PCE-Instruments-Bad verbunden und barrierefrei zugänglich werden, bevor eine neue Einfeld-Sporthalle errichtet und an den Gebäudekomplex angeschlossen wird. Der Verbindungsbau – wegen seiner Form auch „Kuchenstück“ genannt – würde einen Aufzug erhalten, womit das Schwimmbad barrierefrei erreichbar wäre. Ebenso könnten die bestehenden Umkleide- und Sanitärbereiche saniert werden - hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Ein weiterer Vorteil: Mit dem Konzept wäre die Schaffung von zwei kleineren Sporträumen für Kurse oder Gymnastik verbunden – auch sie werden in Freienohl dringend benötigt. Dies wäre ein großer Vorteil für Schulen und Vereine, betont Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit: „Dann müsste nicht sofort die gesamte Turnhalle belegt werden.“ Sie wären eine Übergangslösung, bis - in einem abschließenden Bauabschnitt - die neue Sporthalle mit einem Spielfeld von rund 950 Quadratmetern entstehen würde. Dann könnten diese Räume zu Sanitärbereichen umgestaltet werden. Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt liegt bei rund 13 bis 14 Mio. Euro. Allerdings: Die Aufteilung auf mehrere Bauabschnitte würde es möglich machen, diese Kosten zu strecken.

In einem weiteren Projekt könnte der Sportplatz am Schederweg zu einem Multifunktionsgelände werden, das verschiedenste sportliche Betätigungen zulässt – für den Schulsport ebenso wie – außerhalb der Unterrichtszeiten – für Vereine oder Privatpersonen. Die entsprechende Machbarkeitsstudie, die Planer Nicolas Schulte vom Architekturbüro Schulte vorstellte, ist bereits mit allen Leitungen der benachbarten Schulen abgestimmt.

Ziel sei es, so Nicolaus Schulte, aus dem bisherigen Tennenplatz eine „multifunktional nutzbare Sportfläche“ zu machen. Die Bestandteile: Eine große Kunststofffläche für verschiedenste Nutzungen, eine Asphaltfläche für Rollsportarten, eine Weit- und Dreisprunganlage, eine Sandgrube für Beachvolleyball und -Soccer, zwei Rundlaufbahnen für 300-Meter-Runden, vier Sprintbahnen von 130 Meter Länge, ein Kunstrasenkleinspielfeld sowie eine Finnenbahn für gelenkschonendes Laufen. Zwei „offene Klassenzimmer“ sowie eine Calisthenics-Anlage mit Fallschutzbelag sollen die Anlage ergänzen. Die Planung sei ein „gemeinsamer Nenner“ für ein breites Spektrum an Schul- und Vereinssport, so Bürgermeister Weber. Das bestehende Umkleidegebäude könnte mit Besprechungs- und Sanitärräumen umgestaltet werden. Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt liegt bei gut 3,1 Mio. Euro.

Allerdings: Die tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten der Stadt grenzen die Perspektive für eine schnelle Umsetzung dieser Großprojekte deutlich ein. Es gebe viele andere Bereiche, in denen man ebenfalls investieren müsse, betonte Stadtkämmerer Jürgen Bartholme – dazu gehören die Schulen ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr. Sein Fazit: „Am Ende müssen es 30.000 Leute in dieser Stadt bezahlen.“

Die Fraktionen werden nun über den weiteren Umgang mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie beraten.