Meschede. Kinder werden kreativ – und entdecken Kultur, Möglichkeiten und vor allem sich selbst: Die interkommunale Jugendkunstschule sam, welche die Stadt Meschede gemeinsam mit den Städten Arnsberg und Sunden eingerichtet hat, ist eine echte Erfolgsgeschichte: Zahlreiche Kulturangebote waren bislang ausgebucht, von den Kindern gibt es begeisterte Reaktionen. Das könnte demnächst so weitergehen: Der Ausschuss für Generationen, Bildung, Sport und Soziales schlägt vor, das Projekt im Jahr 2028 weiter „auf Probe“ zu unterstützen.

Hintergrund: Bislang wird die gemeinsame Jugendkunstschule vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW über das Regionale Kultur Programm NRW (RKP) gefördert; die Kreis- und Hochschulstadt Meschede zahlt einen Eigenanteil und profitiert anteilsmäßig von der Förderung. Allerdings: Ende 2027 läuft die Förderung aus. Ziel solle es sein, so Anne Wiegel, bei der Stadt Meschede unter anderem zuständig für den Bereich Jugendkultur, das Projekt dann in eine Selbstständigkeit zu überführen – möglicherweise in privater Trägerschaft. Die weitere Förderung durch die Stadt Meschede im Jahr 2028 könnte da eine wichtige Brücke bauen.

Denn die Jugendkunstschule sam hat bislang alle Erwartungen übertroffen. „Die Angebote sind rappelvoll gewesen“, so Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit – und auch im Bereich der Unterstützerinnen und Unterstützer sei es überraschend, wie viele Leute sich eingebracht haben. Offensichtlich werden durch das Angebot Bedarfe aufgenommen, „die bislang nicht berücksichtigt wurden.“

Das unterstrich auch Beate Herrmann. Sie leitet die Jugendkunstschule kunsthaus alte mühle e.V. in Schmallenberg und unterstützt sam in der Gründungsphase. Schon am Eröffnungs-Wochenende habe es 300 Anmeldungen für die Angebote im Jahr 2026 gegeben – seitdem gab es kaum einen Workshop, der nicht ausgebucht gewesen wäre: „Das zeigt, dass der Bedarf da ist.“ Ein besonderer Pluspunkt sei, dass alle Angebote kostenfrei seien. Dabei gebe es kaum Absagen oder Ausfälle unter den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern – Beate Herrmann: „Die Kinder sind mit einer hohen Verbindlichkeit dabei.“ In der Hauptsache nutzen Kinder im Grundschulalter die Angebote von sam – ab einem Alter von etwa 12 Jahren seien junge Menschen dann schwieriger zu erreichen.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder kamen begeisterte Rückmeldungen über den Erfolg der Jugendkunstschule sam – und der Vorschlag, die Förderung sogar noch aufzustocken. So sprach sich der Ausschuss dann auch mit breiter Mehrheit für eine Fortsetzung der Unterstützung im Jahr 2028 aus. Dann soll eine Auswertung erfolgen, um das weitere Vorgehen abzuklären. Eine endgültige Entscheidung über die Förderung 2028 trifft der Stadtrat in seiner Sitzung am 1. Oktober.