Eversberg. Im Blickpunkt stehen die oft im Verborgenen gelegenen Gebäude eher nicht – dabei erfüllen sie eine wichtige Funktion, um die Menschen sicher mit ihrem “Lebensmittel Nr. 1” zu versorgen: In Hochbehältern wird Trinkwasser gespeichert, um Verbrauchsschwankungen auszugleichen, Tagesspitzen abzupuffern – und auch, um Energie zu sparen. Die Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) wird jetzt den Hochbehälter “Kinderheim” oberhalb von Eversberg komplett erneuern.
Unweit vom Matthias-Claudius-Heim gelegen, wird aus diesem Hochbehälter, der rund 100 Kubikmeter Trinkwasser fassen kann, der nördliche Teil von Eversberg versorgt. Das Trinkwasser selbst stammt aus dem Wasserwerk Mengesohl östlich von Meschede – von dort wird es mittels Pumpen bis zum Hochbehälter transportiert.
Das Bauwerk wurde im Jahr 1964 errichtet – wie damals üblich mit einer Betonkammer, in der das Trinkwasser gespeichert wird. “Die Innenbeschichtung in solchen Betonkammern muss immer wieder erneuert werden”, weiß Dipl.-Ing. Philipp Hegener von der HSW. Deshalb wird das heimische Kommunalunternehmen den Hochbehälter komplett erneuern: Das Gebäude wird abgerissen und durch einen so genannten Systembehälter aus Polyethylen (PE) ersetzt. Die aus PE bestehenden Systembehälter sind zum einen sehr langlebig und sorgen zum anderen für eine bestmögliche Trinkwasserhygiene. Auch die regelmäßige Erneuerung der Innenbeschichtung fällt bei einem PE-Systembehälter weg. Philipp Hegener: „Dann hat man dauerhaft Ruhe.“
Insgesamt betreibt die HSW in ihrem Versorgungsgebiet – also den Kommunen Meschede, Bestwig und Olsberg – 27 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 18.000 Kubikmetern Trinkwasser. Rund 400.000 Euro stellt das Kommunalunternehmen pro Jahr für Unterhaltung und Sanierung dieser Hochbehälter bereit.
Der Vorteil von Hochbehältern: Von hier aus wird Trinkwasser über die natürliche Schwerkraft und ohne ständigen Pumpeneinsatz gleichmäßig und bedarfsgerecht in das Leitungsnetz eingespeist. Tagesverbrauchsschwankungen - zum Beispiel morgens, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher viel Trinkwasser für Waschen oder Duschen - aus dem Leitungsnetz entnehmen, werden so ausgeglichen. Und auch Verbrauchsspitzen, in denen in kurzer Zeit viel Trinkwasser benötigt wird, können auf diese Weise abgefangen werden. Vorteil für die versorgten Menschen: Es fließt zuverlässig immer Trinkwasser aus dem Hahn.
Doch auch für das Leitungsnetz insgesamt erfüllen Hochbehälter eine wichtige Funktion, indem sie für die so genannte hydraulische Stabilität sorgen – also für die Erhaltung eines konstanten Drucks in einer Druckzone. Auf diese Weise müssen einerseits nicht ständig Pumpen laufen, „und andererseits schützen stabile Drücke das Netz, sprich Trinkwasserleitungen und Armaturen, vor Schäden“, erklärt Philipp Hegener: „Ein Hochbehälter wirkt also wie ein Puffer zwischen Wasserwerk und Hausanschluss.“ Eine weitere Funktion der Trinkwasserspeicher ist die Bereitstellung von Löschwasser, das über das Leitungsnetz am Hydranten entnommen werden kann.
Für Wasserversorger ist daher wichtig, Hochbehälter funktionstüchtig zu halten. Die Arbeiten am Hochbehälter „Kinderheim“ in Eversberg werden im November erfolgen und sollen innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein. Rund 320.000 Euro investiert die HSW an dieser Stelle in die Qualität und Sicherheit der Trinkwasserversorgung von Eversberg.
