Meschede/Olsberg/Bestwig. Trinkwasser jederzeit in bester Qualität und zuverlässig bis ins Haus zu liefern, erfordert eine leistungsfähige Infrastruktur, qualifiziertes Personal und erhebliche Investitionen. Zugleich steigen die Kosten für Betrieb und die Instandhaltung der Versorgungsnetze. Die Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) reagiert auf diese Entwicklung und passt ihre Trinkwasserpreise zum 1. Januar 2027 an.
Die neuen Preise hat der Aufsichtsrat auf Vorschlag der Geschäftsführung beschlossen. „Solch eine Entscheidung treffen wir nicht gern“, betonen die HSW-Geschäftsführer Udo Lang und Michael Sommer. In den vergangenen beiden Jahren hätten sich jedoch zahlreiche Kostenfaktoren deutlich erhöht. Dazu zählen neben Material-, Lohn- und Tiefbaukosten auch die weiterhin hohen Energiepreise sowie gestiegene Kapitalmarktzinsen. Ein Beispiel: Allein der Preis für Diesel ist seit Jahresbeginn 2025 um rund 37 Prozent gestiegen – in einem Versorgungsgebiet von 405 Quadratkilometer Ausdehnung ein wichtiger Faktor bei den unzähligen Fahrten für die Trinkwasserversorgung. Solche preislichen Entwicklungen nehme jeder Bürger und jede Bürgerin in vielen Bereichen des persönlichen Lebens wahr – doch auch für die HSW bedeutet dies, dass die Trinkwasserversorgung unter einem immer weiter wachsenden Kostendruck steht. Hinzu kommen neue rechtliche Vorgaben für noch höhere Sicherheitsstandards bei der Trinkwasserversorgung, die ebenfalls erhebliche Investitionen nötig machen.
Neue Preise ab Januar 2027
Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der Brutto-Verbrauchspreis für einen Kubikmeter Trinkwasser 1,67 Euro. Hinzu kommt der Systempreis, der sich nach der Zahl der Wohneinheiten in einem Gebäude richtet. Für ein Gebäude mit einer Wohneinheit liegt dieser künftig bei 190,96 Euro brutto, bei zwei Wohneinheiten sind es 259,38 Euro brutto.
Wie sich die Anpassung im Einzelfall auswirkt, hängt sowohl vom jährlichen Trinkwasserverbrauch als auch von der Zahl der Wohneinheiten ab. Ein Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Für einen Haushalt in einem Gebäude mit einer Wohneinheit und einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern Trinkwasser ergeben sich jährliche Mehrkosten von 53,26 Euro. Das entspricht rund 4,44 Euro pro Monat.
Kostendeckung statt Gewinnerzielung
Ziel der Preisanpassung ist es nicht, mit der Trinkwasserversorgung Gewinne zu erzielen. Vielmehr müssen die Einnahmen die Kosten decken, die für die Bereitstellung des wichtigsten Lebensmittels entstehen. „Eine Trinkwasserversorgung soll kostendeckend sein“, unterstreichen Udo Lang und Michael Sommer. Die neuen Preise seien entsprechend kalkuliert, um dieses Ziel zu erreichen und die zuverlässige Versorgung langfristig sicherzustellen.
Keine Anpassung der Abschläge erforderlich
Für die Kundinnen und Kunden der HSW besteht kein Handlungsbedarf. Die neuen Preise werden bei den Abschlagszahlungen für das Jahr 2027 automatisch berücksichtigt. Grundlage dafür ist der jeweilige Jahresverbrauch aus dem Jahr 2026.
Eine Liste mit häufigen Fragen und deren Antworten zu den ab dem 1. Januar 2027 geltenden Preisen ist online unter www.hochsauerlandwasser.de abrufbar.
