Erstmals verliehen: Heimatpreis geht an Sägemühlenverein Remblinghausen

Meschede. Der Heimatpreis 2025 wird erstmals in der Kreis- und Hochschulstadt Meschede vergeben. Umso mehr freute sich der Bürgermeister, diesen besonderen Preis in der heimeligen Atmosphäre der Sägemühle an den Sägemühlenverein Remblinghausen überreichen zu dürfen.

Nach einer spannenden und sehr informativen Führung durch die Vereinsmitglieder eröffnete Bürgermeister Christoph Weber die feierliche Verleihung des Heimatpreises. Inmitten von historischem Fachwerk, angetrieben von der Kraft des Wassers und umgeben von jahrhundertealter Technik erhielt die Veranstaltung einen ganz besonderen Rahmen. Genau an diesem authentischen Ort wurde der Heimatpreis der Kreis- und Hochschulstadt Meschede, dotiert mit 5.000 Euro, an den Sägemühlenverein Remblinghausen überreicht.

„Was Sie hier leisten, ist weit mehr als Denkmalpflege. Es ist unbezahlte Arbeit von hohem Wert für Remblinghausen, für Meschede und weit darüber hinaus“, betonte der Bürgermeister in seiner Laudatio. Er würdigte das Engagement des Vereins als tragende Säule des Gemeinwesens, das Traditionen bewahrt, Generationen verbindet und Heimat lebendig hält.

Die Sägemühle in Remblinghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erstmals 1671 in einem Taufregister erwähnt, besteht das heutige Fachwerkgebäude aus drei Abschnitten – dem Gebäudekern von 1809, der Stellmacherwerkstatt von 1859 und dem ursprünglichen Bau. Bereits 1901 wurde ein kleines Wasserrad für die Stromerzeugung eingebaut. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts modernisierte man die Mühle kontinuierlich: Ein Schrotgang, eine Kleesamenenthülsungsmaschine und eine Gattersäge wurden ergänzt, Transmissionen trieben kleinere Maschinen für die Fertigung von Wäscheklammern und Holzharken an. Die Ausstattung zeigt heute noch die Technik des ausgehenden 19. Jahrhunderts - funktionstüchtig und als lebendiges Kulturdenkmal erlebbar. Seit 1987 steht die Sägemühle unter Denkmalschutz.

Der Sägemühlenverein Remblinghausen e. V. wurde am 2. September 1994 von 22 Mitgliedern gegründet. Ziel war und ist die Erhaltung, Instandhaltung und Betreuung der Mühle. Heute zählt der gemeinnützige Verein über 60 Mitglieder, rund 10 aktive Mitglieder treffen sich regelmäßig, um Bauwerk und Technik zu pflegen. Jährlich werden dabei etwa 1.700 ehrenamtliche Stunden geleistet: freiwillig, engagiert und gemeinwohlorientiert.

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Vereins zählt der deutschlandweite Mühlentag am Pfingstmontag, der das Kulturgut Mühle einer breiten Öffentlichkeit nahebringt. Mit der umfassenden Vereinsarbeit, der Instandhaltung von Maschinen und Gebäuden sowie der Öffentlichkeitsarbeit über die Vereins-Homepage setzt der Sägemühlenverein Maßstäbe in Sachen Denkmalpflege und ehrenamtlichem Engagement. 

Mit dem Heimat-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen erhält der Verein nicht nur Anerkennung und Wertschätzung. Dieser Preis soll zugleich auch Motivation sein, das wertvolle Erbe für kommende Generationen zu sichern.

Die 5.000 Euro kann der Verein gut nutzen. Weitere Projekte stehen bereits an: Die abschließende Sanierung der Gattersäge, des Gattersägeschlittens, der Fenster und Teilflächen der Gebäudefassade sind für 2026 geplant. Der Verein bedankte sich beim Bürgermeister ebenfalls mit einem Präsent: eine handgefertigte Holzharke, wie sie seit Jahrzehnten an der Sägemühle hergestellt wird. 

Weitere Infos und eine Bildergalerie zum Heimatpreis Meschede finden Interessierte unter www.meschede.de/heimatpreis auf der Homepage der Stadt.