Liebevoll restaurierte Tische und Schränke prägen den Raum – und natürlich die Kunst. Betonskulpturen, Acrylmalerei und Fotografien finden sich überall, Hingucker allerorten, ein Platz zum Wohlfühlen und Kreativsein. Erst im Juli haben sechs Frauen aus Freienohl den Schritt gewagt und gemeinsam ein Atelier eröffnet: das HerzWerk in Freienohl. Anlass war der Aufruf zum „Tag des offenen Ateliers“, der am Sonntag, 13. September, von 13 bis 18 Uhr in Arnsberg, Bestwig, Brilon, Meschede, Schmallenberg und Sundern als Veranstaltung der sechs „aufruhr“-Gemeinden stattfindet.
„Ich wollte auf jeden Fall wieder teilnehmen“, berichtet Anke Kemper und motivierte sogleich Marina Krick zum Mitmachen. Bisher allerdings waren beide ausschließlich zuhause kreativ, für den „Tag des offenen Ateliers“ wollten sie dagegen etwas zusammen machen. Der Traum vom eigenen Atelier war schon länger präsent, aber neben der regulären Arbeit und allein wohl eher Utopie. Eine Idee, von der sie nach und nach auch andere Freienohlerinnen begeisterten. Lena Baumgart, Susanne Droste, Jenni Weber und Kathrin Lichte waren bald überzeugt. Als dann noch die Räume in der Bahnhofstraße 25 gefunden waren, war das HerzWerk geboren. Ein Ort, um künstlerisch zu arbeiten, aber auch in Kursen andere zu begeistern.
„Am Tag des offenen Ateliers werde ich zwei Beton-Kurse vor Ort anbieten“, erzählt Marina Krick, „beide sind schon ausgebucht, aber wir freuen uns natürlich über Publikum.“ Anke Kemper wird an der Staffelei stehen und lässt sich dabei gern über die Schulter schauen. Sie hat auch einige Leinwände vor Ort, die gestaltet werden dürfen.
Insgesamt 37 Werkstätten sind in den sechs aufruhr-Gemeinden geöffnet, mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der Veranstaltung, die in diesem Jahr in die achte Runde geht. Ziel ist es, das künstlerische Potenzial des „anderen“ Ruhrgebiets jenseits der großen Industrie- und Kulturzentren sichtbar zu machen, in seiner ganzen Vielfalt, Lebendigkeit und Kreativität.
In Bestwig und Meschede öffnen Ateliers in den Ortsteilen Berlar, Bestwig, Nuttlar, Eversberg, Remblinghausen, Freienohl und Meschede. Mit dabei sind unter anderem der Fotokreis Eversberg, die Jugendkunstschule sam, die Initiative „Kunst trifft auf Leerstand“ des Seniorenbeirats Meschede, Ortrud Kordel und Teilnehmende des vhs-Kurses „Ich wollte immer schon einmal malen“, Nadine Büenfeld, Anke Kemper, Marina Krick, Friedel Kaiser, Sr. M. Ignatia Langela SMMP, Uta Guhlow und Gerhard Siepe. Außerdem ist HR Schröger aus Eslohe-Büenfeld dabei.
Die Besucherinnen und Besucher erwarten sehr persönliche Einblicke in das Schaffen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler, denn häufig werden neben fertigen Werken auch die verschiedenen Arbeitsschritte im schöpferischen Prozess sichtbar. Natürlich besteht vielerorts Gelegenheit, mit den Kreativen aus der Region ins Gespräch zu kommen.
Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine kulturelle Entdeckungsreise mit vielfältigen Einblicken in die kreative Arbeit und Denkweise der hier ansässigen Kunstschaffenden freuen. Dabei sollten Interessierte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, mehrere Ateliers zu entdecken. Malerei, Skulpturen, Fotografie und vieles mehr: Beim „Tag des Offenen Ateliers“ wird die ganze Vielfalt der Stile und Materialien sichtbar, mit denen im aufruhr-Raum gearbeitet wird.
Flyer zum „Tag des Offenen Ateliers“ sind unter anderem in den Mescheder Bürgerbüros und bei der Tourist-Information in Bestwig erhältlich. Alle Informationen finden Interessierte auch unter www.meschede.de/aufruhr im Internet. Dort finden sich Bilder und Texte zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern – damit lässt sich die persönliche Ateliertour am 13. September gut planen.
