Geschichte
Mit dem Bau der Mescheder Synagoge in der Kampstraße begann man 1878. Sie sollte den bisherigen Betraum im Hause Berghoff in der heutigen Gutenbergstraße ersetzen. Zum Bezirk der Synagoge gehörten auch die in den umliegenden Ortschaften wohnenden jüdischen Familien.
Der Neubau der zweistöckigen Synagoge bestand aus roten Ziegeln. An der Front befanden sich große Rundbogenfenster und eine zweiflüglige Eingangstür. Auf dem Giebel waren zwei steinerne Tafeln angebracht, die symbolisch auf die 10 Gebote verweisen sollten.
Eine Besonderheit ist der fünfzackige Stern im Fenster über der Eingangstür, welcher als Siegel Salomons bekannt ist. Üblich an Synagogen ist eigentlich die Darstellung des sechseckigen Davidssterns.
Die damalige Innenausstattung der Synagoge lässt sich heute nur noch durch Berichte von Zeitzeugen rekonstruieren. Demnach erstreckte sich der Gebetsraum über beide Etagen. Zum Thoraschrank an der Ostseite führte ein roter Teppich durch den Mittelgang. Links und rechts des Ganges waren Bankreihen aus Naturholz angeordnet. Diese Bänke waren mit Klappen ausgestattet, um darin die Bücher, die Gebetsschals und die Käppchen, die die Männer während des Gebets trugen, aufzubewahren. Die Frauen saßen getrennt von den Männern auf der Empore. Dort stand auch das Harmonium.
Neben dem Haupteingang der Synagoge befand sich die Hausmeisterwohnung. Im Obergeschoss befand sich außerdem das Zimmer des Kantors, der den jüdischen Kindern hier Religionsunterricht erteilte.