Vom Ausleih- zum Aufenthaltsort: Meschede will Büchereikonzept fortschreiben


Meschede. „Bücher“ trägt sie im Namen - aber die Stadtbücherei Meschede bietet mehr als bedrucktes Papier: Sie ist Lern- sowie Aufenthaltsort - und sie ist in Kindergärten und Schulen präsent, um junge Menschen auf den Umgang mit Medien vorzubereiten. Um die Stadtbücherei auch für die Zukunft gut aufzustellen, soll ein Büchereikonzept erarbeitet werden - als „nächster Schritt“ zu den bisherigen städtischen Überlegungen rund um die Stadtbücherei.

Die „Bibliothek der Zukunft“ war jetzt Thema in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationen, Bildung, Freizeit und Soziales. Cornelia Pohl und Mark-Robin Horn von der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW berichteten gemeinsam mit Büchereileiterin Gisela Fildhaut über Veränderungen, aber auch Perspektiven in der Bibliotheksarbeit. Denn die Digitalisierung bringe eine leichtere Verfügbarkeit von Informationen mit sich, so Mark-Robin Horn: „Die Aufgabe öffentlicher Bibliotheken lässt sich nicht mehr allein über das Leihgeschäft definieren.“

Statt dessen gibt es andere Möglichkeiten: „Weniger Platz für Regale, mehr Platz für Menschen“, werden die öffentlichen Büchereien haben, sagt Experte Horn voraus: Die Aufenthaltsqualität werde steigen, neben der Information rücke die Vermittlung von Medienkonpetenz immer stärker in den Vordergrund und auch die „aufsuchende Bibliotheksarbeit“ werde wichtiger - zum Beispiel in Einrichtungen für junge Menschen.

Im Vergleich zu anderen öffentlichen Bibliotheken habe die Stadtbücherei Meschede im Vergleich einen kleinen Medienbestand auf einer relativ geringen Grundfläche, rechnete Cornelia Pohl vor. Neben der Statistik gelte es aber auch, die Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen, ergänzte Gisela Fildhaut. So sei die Mescheder Stadtbücherei dem „digitalen Verbund“ onleihe24 angeschlossen - dadurch vervielfache sich die Zahl der Medien, die zur Verfügung stehen: „Und viele unserer Kunden nutzen das.“ Auch mit Schulen und Jugendeinrichtungen gebe es ein vielfältiges Netzwerk. Ausbaufähig sei sicher noch der Bereich „E-Learning“: Die von vielen Nutzern gewünschten Sprachkurse stehen noch nicht in erhofftem Umfang zur Verfügung - hier befinde man sich im Gespräch mit den Anbietern.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass ein Büchereikonzept sinnvoll sei, um Schwerpunkte für die Zukunft zu definieren. Hilfe erhoffe man sich dabei von der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW, so Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit: Hier gebe es Erfahrungen, wie zum Beispiel durch ansprechendes Mobiliar und moderne Arbeitsplätze die Aufenthaltsqualität gesteigert werden könne: „Wir sollten uns auf den Weg machen, uns konzeptionell mit diesen Themen zu beschäftigen.“ Der Vorteil: Entsprechende Projekte können auch durch das Land NRW gefördert werden - bei Kommunen in der Haushaltssicherung sogar mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent.