Mehr Platz, mehr Möglichkeiten: Neue Kita soll auf Gelände des St. Walburga-Krankenhauses entstehen


Schulterschluss für mehr Betreuungsmöglichkeiten (v.li.): AWO-Geschäftsführer Stefan Goesmann, Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Arnsberg, und Bürgermeister Christoph Weber. Bildnachweis: Stadt Meschede

Meschede. Mehr Platz, mehr Möglichkeiten - und eine deutliche Ausweitung der Betreuungskapazitäten: Auf dem Gelände des Mescheder St.-Walburga-Krankenhauses im Klinikum Arnsberg wird künftig eine moderne, fünfgruppige Kindertagesstätte entstehen. Sie soll das neue Zuhause für die Kita Mikado werden, die der AWO-Unterbezirk HSK/Soest bislang in der Hünenburgstraße betreibt. Bereits im Sommer wird es einen zweiten Standort für den Kindergarten geben - als Zwischenlösung.

Diese Pläne haben jetzt Bürgermeister Christoph Weber, Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Arnsberg und Stefan Goesmann, Geschäftsführer des AWO-Unterbezirks, vorgestellt. Hintergrund: Aktuell fehlen im Mescheder Stadtgebiet Betreuungskapazitäten - 34 Kinder stehen beim HSK als Träger der Jugendhilfe auf der Warteliste. Um den Hochsauerlandkreis bei seiner Aufgabe zu unterstützen, Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen, habe man in Abstimmung mit dem Kreisjugendamt eine Vielzahl von Standorten untersucht, erläuterte Christoph Weber - ohne Erfolg.

Parallel dazu waren nach einer Veranstaltung das Kreisjugendamt des HSK und Werner Kemper in einen Dialog eingetreten. In gemeinsamen Gesprächen konnten Stadt Meschede, Klinikum Arnsberg, AWO und HSK schließlich den „Knoten zum Platzen“ bringen: Auf dem Gelände des St.-Walburga-Krankenhauses soll ein neuer Kindergarten für fünf Gruppen gebaut werden. Samt Außenflächen stehen rund 4.500 Quadratmeter zur Verfügung. Für Werner Kemper ist das „ein Beitrag zur infrastrukturellen Weiterentwicklung des Standorts“.

Eine Weiterentwicklung ist das Projekt auch aus der Sicht von Stefan Goesmann: Seit den 1970-er Jahren betreibt die Arbeiterwohlfahrt die Kita Mikado in der Hünenburgstraße. U3-Betreuung sei damals noch kein Thema gewesen, so AWO-Geschäftsführer Goesmann. Das Problem: Dem Kindergarten fehlen die baulichen Voraussetzungen für die U3-Betreuung - eine Erweiterung oder Veränderung am jetzigen Standort sei nicht möglich. Mit einem Umzug der Mikado-Kita an den künftigen Standort sollen diese Probleme der Vergangenheit angehören. Natürlich schwinge Wehmut mit, räumt Stefan Goesmann ein - „aber die Freude überwiegt.“

Bis die neue Kita fertig ist, soll eine Übergangslösung geschaffen werden: Parallel zum jetzigen Mikado-Kindergarten wird es einen „zweiten Standort“ geben - und zwar in einem Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses. Hier beginnen in Kürze Umbauarbeiten. Ab Sommer können  in zwei Gruppen etwa 15 bis 20 Kinder betreut werden - „auch im U3-Bereich“, wie Stefan Goesmann unterstreicht.

Ziel sei es, anschließend die beiden Standorte des Kindergartens möglichst schnell „unter einem Dach“ wieder zusammenzuführen - in der neuen Kindertagesstätte mit fünf Gruppen. Etwa 90 bis 100 Kinder können hier betreut werden. Wann genau dies der Fall sein wird, ist noch offen. In einem nächsten Schritt gilt es, die angestrebten Lösungen vertraglich zu vereinbaren. Die Alexianer Misericordia GmbH soll das Grundstück langfristig an einen Investor verpachten, der den Kindergarten baut und an die AWO vermietet. Die notwendige Zustimmung des Eigentümers muss noch eingeholt werden. Das Investitionsvolumen für das Vorhaben schätzt Stefan Goesmann auf etwa zwei Mio. Euro. Werner Kemper: „Wir sind uns über das Projekt einig - und wir sind gut unterwegs.“ Während des gesamten Prozesses werde man das HSK-Jugendamt und den Kreisjugendhilfeausschuss in die weitere Konkretisierung und Umsetzung der Planungen einbinden, so Stefan Goesmann: „Dort werden letztlich die Entscheidungen getroffen.“

Auch für die Mitarbeiterschaft des Krankenhauses sei das Projekt eine Riesen-Chance, ergänzt Werner Kemper: „Für sie sind Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder in direkter Nähe von elementarem Interesse.“ Und mehr noch: Ein solcher Kindergarten könne ein wichtiges Kriterium sein, wenn man medizinische Fachkräfte gewinnen wolle. Während einer Pflegedienstbesprechung hat Werner Kemper die Mitarbeiter am Standort Meschede persönlich zum Planungsstand informiert.

Bürgermeister Christoph Weber sieht das Vorhaben als wichtigen Baustein für eine attraktive Kinderbetreuung im Stadtgebiet. Quantitativ und auch qualitativ werden die Kapazitäten erweitert: „Ein fünfgruppiger Kindergarten bietet für die Bedarfe in der Kernstadt eine Vielzahl von Möglichkeiten.“ Um auch weitere Plätze im westlichen Stadtgebiet zu schaffen, hat die Stadt Meschede bereits in Berge ein Grundstück zur Verfügung gestellt, damit hier eine weitere Kindertagesstätte gebaut werden kann - Christoph Weber: „Auf diese Weise werden wir den Bedarf sicher abdecken können.“