Großes Interesse an Plänen für Küppelturm: Zustimmung zu Neubau mit neun Ebenen


Freienohl. Groß war das Interesse der Freienohler an der Vorstellung der Planungen für einen neuen Küppelturm. Groß war am Ende auch die Zustimmung für die Konstruktion aus Stahl und Holz. Im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung, zu der die Stadt Meschede gemeinsam mit dem Bezirksausschuss Freienohl und der SGV-Abteilung Freienohl am Donnerstag ins Feuerwehrgerätehaus Freienohl eingeladen hatte, wurden die Planungen vorgestellt.

Die Zeit drängt: Bis zum 1. November kann ein Förderantrag bei der Bezirksregierung eingereicht werden, um für den Neubau entsprechende Mittel nutzen zu können. 65 Prozent Förderung der Nettokosten erhofft man sich.

Verlässlich könne man die Kosten derzeit nicht nennen, erklärte Meschedes Bürgermeister Christoph Weber. Dennoch signalisierte er: „Wir glauben, dass sich das Projekt im Rahmen des Förderprogramms realisieren lässt.“ Trotzdem werde der Eigenanteil „eine finanzielle Herausforderung“ für die Stadt Meschede.

1932 wurde erstmals ein Turm auf dem Küppel errichtet. Im Schnitt alle 30 Jahre musste der Küppelturm abgerissen und neu gebaut werden. Die neue Konstruktion soll langlebiger sein: Auf etwa 80 Jahre schätzt Dominik Kotthoff vom Fachbereich Infrastruktur der Stadt Meschede die Lebensdauer des neuen Turmes aus einer tragenden Stahlkonstruktion. Das Wahrzeichen Freienohls ist seit August letzten Jahres gesperrt, weil die Hauptstiele aus Holz marode sind und die Standfestigkeit nicht mehr gesichert ist. Der 1983 errichtete Turm muss daher abgerissen werden.

Ein Ziel sei es gewesen, so Architekt Dominik Kotthoff, möglichst viele Gestaltungsmerkmale des alten Turms auf den Neubau zu übertragen. Die Geradlinigkeit sollte erhalten bleiben. Auch der Baustoff Holz sollte wieder eine Rolle spielen. Die dauerhafte Lösung mit einem verzinkten Stahlskelett und Holzelementen sieht eine modulare Bauweise mit neun Etagen vor. Vorteil: Diese können beim Hersteller vormontiert und dann in erheblich kürzerer Zeit auf dem Küppel zusammengeschraubt werden. Das, so Kotthoff, erspare rund 20 Prozent an Kosten. Die Verkleidung und die neun Ebenen – abwechselnd eine halbe Etage und eine ganze Plattform mit Plankenboden - sollen aus wetterbeständigem Holz wie Lärche oder Douglasie gearbeitet werden. Die Unterhaltung des Bauwerks soll kostengünstiger sein: „Die Konstruktion ist so gewählt, dass mit wenigen Handgriffen Elemente ausgetauscht werden können“, erläutert Dominik Kotthoff.

Rechteckig soll der neue Küppelturm werden: 4,90 Meter mal 6,35 Meter. Einen Meter höher als sein Vorgänger wird er mit 26 Metern sein. Das direkte Umfeld des Küppelturms soll, so erläuterte Daniel Eckert vom Fachbereich Infrastruktur der Stadt, aufgewertet werden – unter anderem mit einem Wetterschutz, Sitzgelegenheiten und Spielgeräten für Kinder.

Im Feuerwehrhaus Freienohl wurde anschließend sachlich über die Pläne diskutiert. Pastor Michael Hammerschmidt sprach vielen Zuhörern aus dem Herzen: „Ich bin als Bewohner von Freienohl erst einmal froh, dass da oben überhaupt etwas passiert.“

Weiter geht es nun mit statischer Vorbemessung, Mengenermittlung und Kostenschätzung. Bis zum 1.November soll der Förderantrag gestellt werden. Darüber wird voraussichtlich im ersten Quartal 2017 entschieden. Sollte eine Aufnahme in das Förderprogramm realisiert werden und die weiteren Mittel aufgebracht werden, könnte Ende 2017 oder im Jahre 2018 der neue Küppelturm gebaut, erklärte Bürgermeister Christoph Weber.