Ergebnisoffenes Verfahren: Sportplatz am Schederweg könnte für Vereine geöffnet werden


(Foto: Archiv)

Meschede. Die Nachfrage ist groß - das Angebot an Sportflächen aber begrenzt: Der Fußball boomt so stark, dass die Sportplätze in der Mescheder Kernstadt den Bedarf nicht mehr decken können. Deshalb will die Stadt Meschede ein Bauleitplanverfahren einleiten, um so möglicherweise den Sportplatz am Schederweg auch für den Vereinssport nutzen zu können.

Das hat nach dem Ausschuss für Stadtentwicklung jetzt auch der Mescheder Stadtrat beschlossen. Allerdings: Dass am Ende der Sportplatz am Schederweg tatsächlich auch den Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden kann, sei keineswegs sicher, stellt Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung, klar: „Bauleitplanverfahren sind stets Verfahren mit offenen Ausgang.“

Hintergrund: Gemeinsam mit dem August-Macke-Schulzentrum ist die Sportanlage am Schederwerg im Jahr 1976 fertiggestellt worden - laut Bebauungsplan als Schulsportplatz, auf dem formalrechtlich kein Vereinssport stattfinden darf. Allerdings nutzten im Lauf der Jahre mehrere Fußballmannschaften den Tennenplatz, bis es Mitte der 1990-er Jahre zu massiven Beschwerden der Anwohner über Lärmbelästigung kam. Nach einer Einigung zwischen Stadt und Anwohnern im Jahr 1995 sollte die Anlage im Grundsatz nur noch für den Schulsport genutzt werden. Ausnahme: Der Fußballverein Fatih Türkgücü nutzt den Sportplatz für wöchentlich zwei Trainingsein heiten sowie ein Liga-Spiel am Wochenende.

Allerdings: Weitere Teams kamen hinzu, die aktuell nach einem Platz suchen, um der „schönsten Nebensache der Welt“ nachgehen zu können. Im Juli 2017 traf der Stadtrat den Beschluss, die Umwidmung der Anlage im Schederweg in einen allgemeinen Sportplatz zu prüfen. In der Folge wurde ein schalltechnisches Gutachten in Auftrag gegeben. Ergebnis: Wenn bestimmte Lärmschutzmaßnahmen eingehalten werden - zum Beispiel zeitliche Beschränkungen von Trainings- und Spielbetrieb -, sind keine Überschreitungen der Immissionsrichtwerte zu erwarten.

Für seine Expertise hat das beauftragte Ingenieurbüro dabei errechnet, welche Lärmbelastungen bei einer bestimmten Anzahl von Zuschauern von dem Sportplatz ausgehen. So wären bei weniger als 70 Zuschauern samstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr sowie sonntags von 9 bis 13 sowie 15 bis 20 Uhr jeweils zwei Spiele möglich, ohne den Grenzwert von 55 dB(A) zu überschreiten. Die Vereine müssten dabei ihre Zuschauerzahlen nachweisen.

Sollten mehr Zuschauer als erwartet kommen, dürften Spiele übrigens trotzdem angepfiffen werden, erläuterte Jana Janota vom Fachbereich Planung und Bauordnung - dies sei ein so genanntes „seltenes Ereignis“, bei dem Immissionsgrenzen auch überschritten werden. Bis zu 18-mal jährlich dürfen diese „seltenen Ereignisse“ stattfinden. Allerdings: In den Ligen, in denen in der Region üblicherweise Fußball gespielt werde, seien die Besucher überschaubar, stellte Bürgermeister Christoph Weber klar: „Da kann man sehr genaue Einschätzungen zu Zuschauerzahlen machen.“

In ihren Wortmeldungen unterstrichen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, dass der Bedarf an weiteren Sportflächen in der Kernstadt nicht zu verleugnen sei. Allerdings müsse man auch die Position der Anwohner verstehen, unterstrich Klaus Wahle: „Es gibt Nachbarn, die sich auf den status quo verlassen haben.“ Ziel eines Bauleitplanverfahrens müsse es sein, „einen klaren Rechtszustand zu schaffen.“

Ein Einstieg in das Bauleitplanverfahren könnte im Juli dieses Jahres erfolgen. Im September könnte der Rat dann beschließen, einen Vorentwurf öffentlich auszulegen - bevor voraussichtlich im Dezember der Stadtrat dann den abschließenden Satzungsbeschluss treffen könnte. Während der öffentlichen Auslegung haben interessierte Bürgerinnen die Möglichkeit, Bedenken, Anregungen oder weitere Stellungnahmen zu dem Projekt abzugeben - Klaus Wahle: „So haben auch die Anlieger die Möglichkeit, sich mit ihren Positionen in dieses Verfahren einzubringen.“