BIV und Stadt: Meschede für Menschen mit Handicap lebenswert gestalten


Gruppenbild vor dem neuen Aufzug am Rathaus als einem Beispiel für gelungene Kooperation: Der neue Vorsitzende Hans-Joachim Picht (re.), sein Stellvertreter Ralf Gersthagen (Mitte), der bisherige Vorsitzende Johann Wefelnberg (2.v.re.) und Heinz Arenhövel (li.) statteten Bürgermeister Christoph Weber (2.v.li.) einen Antrittsbesuch ab. Foto: Stadt Meschede

Meschede. Ob Blindenleitsystem auf Gehwegen oder barrierefreier Zutritt zu öffentlichen Gebäuden: Immer dann, wenn es darum geht, Hürden zu beseitigen, ist in der Stadt Meschede auch der Verein Behinderten-Interessen-Vertretung Meschede (BIV) mit im Boot. Beim Antrittsbesuch des neuen BIV-Vorstands bei Bürgermeister Christoph Weber im Rathaus wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig der Austausch bei städtischen Projekten ist.

In der Mitgliederversammlung des BIV hatte es gleich zwei Wechsel gegeben: Vorsitzender Johann Wefelnberg und sein Stellvertreter Manfred Mejrowski standen nicht mehr zur Wahl. Viele Jahre haben sie in Meschede die Interessen von Menschen mit Behinderung mit großem Engagement vertreten. Dankbar konnten sie auf viele Projekte in der Stadt zurückblicken, bei denen sie den Verantwortlichen in der Verwaltung zur Seite stehen konnten.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Hans-Joachim Picht gewählt. Der Sauerländer hat 35 Jahre in der Entwicklungshilfe in Südamerika gearbeitet, ist Vater einer behinderten Tochter. Nach der Rückkehr ins Sauerland will er sich nun nicht nur im Seniorenbeirat, dessen Mitglied er ist, sondern auch für Menschen mit Behinderung engagieren.

Sein Stellvertreter Ralf Gersthagen ist bereits Vorsitzender der BIV in Brilon. Der Rentner, der in vier Chören singt, ist seit sechseinhalb Jahren Wahlmescheder: „Das habe ich nicht eine Sekunde bereut“, betonte er. In der BIV sind Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen vertreten. Dadurch können Probleme aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden. Ralf Gersthagen nennt ein Beispiel: „Ich als Rollstuhlfahrer habe am liebsten keinen Bordstein. Aber der Blinde, auch der von einem Blindenhund geführte Mensch braucht einen kleinen Bordstein. Da wird schon in der BIV abgewogen und nach Lösungen gesucht.“ Auch Heinz Arenhövel, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Hochsauerlandkreises, weiß: „Wir brauchen die Fachleute.“

2007 wurde eine Vereinbarung zwischen der Stadt Meschede und der BIV getroffen. Ziel: „Gemeinsam die Stadt menschenfreundlicher und lebenswerter machen.“ Elf Jahre später freut sich nicht nur Heinz Arenhövel, dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis war: „Wir sind beratend ganz, ganz oft dabei“, lobt er die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und BIV. Etwa beim Umbau der Innenstadt oder aktuell bei der Umgestaltung des Rathauses: Der neue Aufzug ermöglicht es künftig auch Menschen mit Behinderung, die oberen Stockwerke aufzusuchen. Durch den alten, kleinen Aufzug war das oft nicht möglich.

Auch Bürgermeister Christoph Weber lobte die „konstruktive Zusammenarbeit“: „Da, wo wir Themen angepackt haben, haben wir das auch gut hinbekommen und Lösungen gefunden.“ Den bisherigen Vorstandsmitgliedern dankte er für den jahrelangen Einsatz. Wie sehr sich die Kooperation bewährt habe, werde manchmal fast vergessen: „Vieles ist selbstverständlich geworden.“