553.000 Euro Förderung für Umbau des alten Arbeitsamtes in variable Wohnungen


Bei der Überreichung der Förderurkunde (v.li.): Robert Kaltenbrunner (BBSR), Prof. F. Wächter (TU Darmstadt), Andreas Busch (Sachverständigenbüro Busch), Roland Otte (ONP architekten+ingenieure), Andrea und Ulrich Schulte-Sprenger (DS Vario GmbH) sowie Bundesbauministerin Barbara Hendricks. Foto: BMUB/Sascha Hilgers

Meschede. Mit 553.000 Euro fördert das Bundesbauministerium den Umbau des alten Arbeitsamtes in der Steinstraße in Meschede durch einen privaten Investor, die DS Vario GmbH. Bundesbauministerin Barbara Hendricks überreichte den Förderbescheid im Rahmen der Baufachmesse bautec in Berlin. Deutschlandweit werden 20 Modellvorhaben im Rahmen des Programms „Variowohnen“ mit insgesamt 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert.

Wohnraum für rund 2.600 junge Menschen soll entstehen. Die Wohnungen sollen flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete sein. Da passt das Mescheder Projekt genau ins Konzept: Das Anfang der siebziger Jahre errichtete und seit Ende 2000 leer stehende alte Arbeitsamt wird derzeit von Grund auf saniert. In den unteren Etagen sollen Einzelappartements und Wohngemeinschaften entstehen: „Insgesamt werden 29 Wohnungen für 33 Bewohner gebaut“, erläutert Ulrich Schulte-Sprenger von der DS Vario GmbH. Die beiden oberen Geschosse werden zu modernen Kanzleiräumen umgebaut. Die barrierefreien Wohnungen sollen zunächst von Studierenden genutzt werden können, um später ohne große Umbauten als Mehrgenerationenhaus auch für Senioren zur Verfügung zu stehen.

Inzwischen ist die Entkernung des ehemaligen Arbeitsamtes nahezu abgeschlossen. Die Fassadenplatten werden zurzeit abgebaut. Im März soll noch mit dem Einbau neuer Fenster begonnen werden. Die Planung sieht vor, dass der Umbau bis zum Jahresende fertiggestellt wird, so Ulrich Schulte-Sprenger.

Die Stadt Meschede begrüßt die Förderung durch das Bundesbauministerium. Bürgermeister Christoph Weber hofft auf „weitere Impulse für die Stadtentwicklung in der Stadtmitte Süd und Akzente, um den demografischen Wandel zu gestalten“. Gleichzeitig sorge der Umbau auch für eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt – denn gerade kleine Wohnungen sind auch in der Stadt Meschede knapp. Zudem könne das Projekt als Vorbild für die Umnutzung von Büros zu Wohnungen auch für andere Objekte in Meschede dienen.

Ministerin Barbara Hendricks betonte bei der Übergabe der Förderbescheide: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben - deshalb auch der Name Variowohnen."

„Interessante Denkanstöße zur Wiederbelebung von innerstädtischen Industrieflächen und die Nachnutzung von Verwaltungsgebäuden“ zeichneten – so heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums - das Projekt in Meschede aus. In der Stadt bestehe unter anderem durch die stark steigenden Studierendenzahlen an der Fachhochschule Südwestfalen ein hoher Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für junge Menschen.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen.