Messungen der Luftqualität

Ergebnisse für Meschede

Ein Jahr lang hat die Stadt Meschede Messungen der Luftqualität an verschiedenen Standorten in der Mescheder Innenstadt vorgenommen. Nun liegt der Abschlussbericht zur Analyse vor. Ergebnis: Die gesetzlichen Vorgaben werden an allen Standorten eingehalten und zum größten Teil sogar deutlich unterschritten. Einflüsse von Straßenverkehr und Witterung auf die Luftqualität sind aber spürbar.

Hintergrund: Von 2019 bis Mai 2020 hatte die Stadt Meschede an fünf Standorten Sensoren zur Messung der Luftqualitätsdaten angebracht: In den Bereichen B55/Auf der Wieme sowie B55/Steinstraße und alte B7/Mallinckrodtstraße sowie - in etwas größerer Entfernung von den Hauptverkehrsachsen - im Einmündungsbereich von Schederweg und Walburgastraße sowie an der Kolpingstraße.

Der Vorteil: Das System des Münchener Unternehmens Hawa Dawa erlaubt es nach eigenen Angaben, aus den Messpunkten Rückschlüsse auf die Luftqualität im gesamten Untersuchungsraum zu ziehen. Bürgermeister Christoph Weber hatte den Kontakt zu dem Start-Up-Unternehmen auf einem Smart-City-Kongress in Berlin geknüpft. Ziel des Projekts: „Wir wollten Klarheit in das Thema Luftqualität bringen, um mögliche Probleme zu erkennen und gezielte Lösungen suchen zu können“, so Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung. Gemessen wurden dabei die Schadstoffe Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub in verschiedenen Partikelgrößen.

Als Hauptverursacher von Stickstoffdioxid-Emissionen wird der Straßenverkehr gesehen. Analog dazu liegen die täglichen Höchstwerte, die gemessen wurden, in den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs: Zum einen am frühen Morgen, zum anderen am Nachmittag. An den Mescheder Markttagen - Dienstag und Freitag - ist die Belastung etwas höher als an den anderen Tagen. Am Wochenende ist die Konzentration bei allen Messstellen deutlich geringer als wochentags. Über das Jahr verteilt erreichen die kalten Monate Dezember bis März die höchsten Werte.

Allerdings: Die in Meschede gemessenen Werte sind weit entfernt von den jeweiligen Immissionsgrenzwerten. Bezogen auf NO2 werden die Grenzwerte von 200 Mikrogramm je Kubikmeter im Stundenmittel und 40 Mikrogramm im Jahresmittel nicht erreicht. Die gemessenen Stundenmittelwerte liegen weit überwiegend zwischen 10 und 25 Mikrogramm.

Insbesondere von der Witterung wird der Ozonwert beeinflusst. Die höchsten Konzentrationen wurden im Juni festgestellt; generell erreichen sie im Tagesverlauf ihr Maximum zwischen 14 und 18 Uhr. Die täglichen Einzelwerte der Messungen lagen insgesamt an den meisten Tagen weit unter 100 Mikrogramm je Kubikmeter. Vereinzelte „Ausreißer“ - mit einem Maximum zwischen 130 und 169 Mikrogramm - gab es an wenigen Tagen in den Sommermonaten. Sie überschreiten damit den Zielwert von 120 Mikrogramm als Acht-Stunden-Mittelwert. Allerdings: Die in der Bundesimmissionsschutzverordnung genannte Zahl von maximal 25 Überschreitungen wird in Meschede nicht erreicht.

Beim Feinstaub wurden Partikel in zwei Größen gemessen, deren Durchmesser jeweils kleiner als 2,5 oder 10 Mikrometer sind. Die Maximalwerte der kleineren Partikel wurden in der Nacht und am frühen Morgen festgestellt. Zum Wochenende hin fallen die Belastungen; die jeweiligen Höchstwerte liegen in den Monaten April und August. Beim Feinstaub lässt sich zudem eine Korrelation zu den gemessenen Windgeschwindigkeiten feststelle, je mehr Wind weht, desto geringer ist die Belastung.

Der Zielwert von 25 Mikrogramm je Kubikmeter über ein Kalenderjahr gemittelt wird nicht erreicht - der Mittelwert liegt bei maximal 10 Mikrogramm an der Messstelle Briloner Straße / Mallinckrodtstraße. Ähnlich verhält es sich bei den größeren Feinstaubpartikeln: Die Mittelwerte liegen zwischen 8 und 17 Mikrogramm je Kubikmeter - die Grenzwerte von 50 Mikrogramm im Tagesmittel und 40 Mikrogramm im Jahresmittel werden nicht erreicht.

Fazit von Klaus Wahle: „Wir haben aktuell keinen Handlungsbedarf“ - unabhängig von den Herausforderungen, die der Klimawandel stellt. Vor allem hätten die Messungen verdeutlicht, dass „starre Lösungen uns nicht weiterbringen“ - wie etwa Straßensperrungen oder Fahrverbote: „Die Belastungen sind im Tages-, Wochen- wie auch im Jahresverlauf durchaus unterschiedlich.“

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können den Abschlussbericht unterhalb dieses Artikels herunterladen. Und auch für die heimischen Schulen oder die Hochschule Südwestfalen könnte die Untersuchung von Interesse sein. Klaus Wahle: „Wir würden die Daten für Projekte gerne zur Verfügung stellen.“