Bausteine zur Vorsorge

Bausteine zur Vorsorge gegen Personenschäden und Minimierung von Sachschäden:

  • Erstellen einer Maßnahmen- und Kontrollliste zur Hochwasserprävention (2009); hierbei handelt es sich um einen Katalog von Arbeiten, die an Wegeseitengräben, Rahmendurchlässen, Grabenverrohrungen, Gewässerverrohrungen, Bächen, Wirtschaftswegen, Fahrbahnentwässerungen usw. durchzuführen sind, wie z.B.:
    • Einlaufgitter und Auslaufgitter reinigen
    • Graben ausräumen
    • Bachbett ausräumen
    • Regeneinlauf reinigen
    • Bankette abschieben
    • Bachbett im Bereich des Durchlasses ausräumen
  • Verkürzung der turnusmäßigen Kontrollintervalle mit den zugehörigen Wartungs- und Reinigungsarbeiten durch den integrierten Baubetriebshof (IBB)
  • Dokumentation der durchgeführten Arbeiten
  • Rufbereitschaft beim integrierten Baubetriebshof der Kreis- und Hochschulstadt
  • geplante Aktualisierung von Alarm- und Einsatzplänen (z.B. Henne, Rautenschemm, Gewerbegebiet Langel an der Ruhr). 

Renaturierung von Fließgewässern

Da die Maßnahmen nach den Renaturierungskonzepten für die Ruhr und für die Nebengewässer der Ruhr auch die Fließgeschwindigkeit eines Hochwassers mindern und die Scheitelhöhe eines Hochwassers verringern, sind im Folgenden die Renaturierungskonzepte zu nennen. Es handelt sich um Maßnahmen

  • zur naturnahen Entwicklung der Oberen Ruhr
  • zur naturnahen Entwicklung der Wenne und ausgewählter Nebengewässer (Leiße, Ilpe, Salwey und Essel)
  • zur naturnahen Entwicklung von Arpe, Giesmecke, Nierbach und Kleine Henne
  • zur naturnahen Entwicklung der Henne auf den Gebieten der Gemeinde Eslohe und der Städte Meschede und Schmallenberg
  • zur naturnahen Entwicklung der Gewässer Kelbke, Schürenbach und Wallerbach in den Gebieten der Gemeinde Eslohe und der Stadt Meschede
  • zur naturnahen Entwicklung der Gebke I und der Kleinen Gebke.

Es sind bereits Maßnahmen durchgeführt worden. Aufgrund der gewaltigen Kostenbeträge für die Umsetzung werden zukünftig Maßnahmen nur punktuell nach dem sogenannten „Umsetzungsfahrplan“ im „Kooperationsgebiet Hochsauerlandkreis“ umgesetzt, um die eigendynamische Gewässerentwicklung zu fördern. Die weitere Realisierung erfolgt unter Ausschöpfung möglicher Zuwendungen aus der EG - Wasserrahmenrichtlinie und EU - Hochwasserrisikomanagementrichtlinie.

Deiche

Ein Hochwasserschutzdeich existiert an der Ruhr im Gewerbegebiet „Langel“ in Freienohl. Des Weiteren wird die Wassergewinnungsanlage „Langel“, die vom Wasserbeschaffungsverband Arnsberg betrieben wird, von einem im Jahre 2014 fertig gestellten Hochwasserschutzdeich geschützt. Ferner wird ein mobiles Hochwasserschott am Gewerbegebiet „Langel“ vorgehalten, welches Hochwasser, das sich von Norden her über den Obergraben aufstauen kann, absperrt. Es wird von der Stadt unterhalten. Die Feuerwehr ist für den einwandfreien Einbau des mobilen Hochwasserschotts im Bereich des Obergrabens zuständig. Bisher nicht realisiert worden ist ein Hochwasserschutzdeich westlich der Nepomukbrücke in der City von Meschede, der in der Maßnahmenkarte Obere Ruhr (Karte 4) enthalten ist.

Durchlass Berkeibach Wehrstapel

Die Erneuerung des Durchlasses für den Berkeibach im Verlauf der Eisenbahnstrecke „Obere Ruhrtalbahn“ war ein Baustein in dem Mosaik von Maßnahmen, das durch die Kreis- und Hochschulstadt Meschede seit dem Jahr 2007 durchgeführt worden ist. Anlass waren die Überschwemmungen bei den Starkregenereignissen am 17.09.2006 und am 10.06.2007 sowie wiederkehrende punktuelle Starkregenereignisse in verschiedenen Stadtteilen.

Der Arbeitsaufwand für Maßnahmen der Hochwasserprävention ist enorm hoch, was speziell die Baumaßnahme für die Erneuerung des Durchlasses für den Berkeibach mit den Abmessungen 1,95 x 1,35 m (Breite x Höhe) zeigt:

  • Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes
    (von Oktober 2007 bis Februar 2008)
  • Klärung der Zuständigkeit für die Erweiterung des Durchlasses
    (April 2012)
  • Abschluss eines Ingenieurvertrages für die erforderlichen Planungen zum Neubau
  • Wasserrechtliche Genehmigung für den Neubau durch die Untere Wasserbehörde beim HSK (November 2015)
  • Abschluss der Baudurchführungsvereinbarung mit der DB Netz AG (November 2015)
  • Erteilung der Plangenehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt (Januar 2016)
  • Teilrenaturierung des Berkeibaches (Januar / Februar 2016)
  • Genehmigung der erforderlichen Bahn-Streckensperrung (März 2016)
  • Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen (April bis Juni 2016).

Es folgte eine Unterbrechung des Bahnverkehrs vom 28.09.2016 bis 04.10.2016 für die Erneuerung des Durchlasses.