Was versteht man unter Hochwasser?

Definition Hochwasser

Hochwasser ist eine zeitlich beschränkte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land, insbesondere durch oberirdische Gewässer (Flüsse, Bäche).

Überflutungen können nicht nur durch Hochwasser im oberirdischen Gewässer, sondern auch durch Überlastungen aus dem Kanalnetz und des Weiteren durch urbane Sturzfluten verursacht werden.

Wie kommt Hochwasser im Binnenland zu Stande?

Hochwasser in Gewässern

Hochwasser hat als Folge meteorologischer Ereignisse eine natürliche Ursache und ist Teil des Wasserkreislaufes. Hochwasser tritt immer dann auf, wenn große Wassermengen in kurzen Zeiträumen in den Bach- und Flusstälern dem Gefälle folgend zusammenlaufen. Quellen des Hochwassers sind der Regen und das bei Tauwetter aus Schnee freigesetzte Schmelzwasser.

Welche Hochwasserereignisse gibt es?

Hochwasserereignisse werden in Bezug auf die Höhe des Wasserstandes aufgrund von Messreihen nach der Eintrittshäufigkeit unterschieden. Hochwasser gibt es mit unterschiedlichen Wasserständen. Die Schreibweise „HQ“ bezeichnet die Abflussmenge bei Hochwasser.

H – bedeutet Hochwasser.
Q – bedeutet Abflussmenge.

Je höher der Wasserstand ist, desto größer ist das Gebiet, welches mit Wasser bedeckt ist (in der Regel). Unter den Begriff „Häufig eintretende Hochwasser“ fallen HQ10 und HQ20. Es bedeuten:

Häufige Hochwasserereignisse
HQ10Diese bezeichnen Ereignisse, die statistisch einmal in 10 Jahren mit erhöhten Wasserständen auftreten bzw. alle 10 Jahre einmal auftreten
HQ20Diese bezeichnen Ereignisse, die statistisch einmal in 20 Jahren mit erhöhten Wasserständen auftreten bzw. alle 20 Jahre einmal auftreten
Mittlere Hochwasserereignisse
HQ100Diese bezeichnen Ereignisse, die statistisch einmal in 100 Jahren mit erhöhten Wasserständen auftreten bzw. alle 100 Jahre einmal auftreten
Extreme Hochwasserereignisse
HQExtremDiese bezeichnen Ereignisse, die statistisch in Zeiträumen von mehr als 100 Jahren mit erhöhten Wasserständen auftreten


Im Falle eines 100-jährlichen Hochwassers ist die überflutete Fläche deutlich größer als bei einem häufigen Hochwasser. Bei extremen Hochwassern ist die überflutete Fläche noch größer. In diesem Zusammenhang darf „Wiederkehrintervall“ bzw. „Häufigkeit“ aus den Messungen über vergangene Zeiträume nicht mit „Wahrscheinlichkeit“ für zukünftige Zeiträume gleich gesetzt werden. So kann z.B. ein extremes Hochwasser innerhalb der nächsten 20 Jahre auftreten. Ein extremes Hochwasser kann aber auch zweimal innerhalb der nächsten 20 Jahre auftreten. 

Welche Schäden verursacht Hochwasser?

Ökonomische Hochwasserschadenspotentiale wurden bei der Erarbeitung der Gefahrenkarten, Risikokarten und Maßnahmenkarten in den Jahren 2013 und 2014 nicht ermittelt. Generell sind hochwasserbedingte Schäden an Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen, Schäden an land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, Ausfälle durch Betriebsunterbrechungen und Folgeschäden von Bedeutung, die auch darin bestehen können, einen verloren gegangenen Markt erst wieder zurück erobern zu müssen.

Zeiträume ohne größere Hochwasser führen zu einer zusätzlichen Anhäufung von Schadenpotentialen, da das Bewusstsein, im Überflutungsgebiet zu leben, mit der Zeit abnimmt. Beim ersten größeren Hochwasser wird das auf diese Weise über die Zeit angesammelte Schadenspotential dann als Hochwasserschaden mobilisiert.