Undercover Dschihadistin: Mehr als 150 Schüler besuchen Aufführung im Gymnasium


Auf Einladung des Kulturamtes der Kreis- und Hochschulstadt Meschede war das Westfälische Landestheater mit dem Stück „Undercover Dschihadistin“ im Gymnasium der Stadt Meschede zu Gast und zeigte eindrücklich die Methoden, mit denen Jugendliche im Westen für den Dschihad rekrutiert werden und die fanatische Ideologie dahinter. Bildnachweis: Volker Beushausen

Meschede. Eine angespannte Ruhe erfüllte die Aula des Gymnasiums der Stadt Meschede, gebannt beobachteten mehr als 150 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen die Bühne, wo die 19-Jährige Mélodie mit einem radikalen Islamisten in Syrien chattete und dabei ihr Leben riskierte. Auf Einladung des Kulturamtes der Kreis- und Hochschulstadt Meschede war das Westfälische Landestheater mit dem Stück „Undercover Dschihadistin“ zu Gast und zeigte eindrücklich die Methoden, mit denen Jugendliche im Westen für den Dschihad rekrutiert werden und die fanatische Ideologie dahinter.

Denn Mélodie, das zum Islam konvertierte junge Mädchen, existiert in Wahrheit nicht. Es ist die Journalistin Anna Erelle, die mit einer falschen Identität in den sozialen Netzwerken versucht, mehr über die Rekrutierungsmethoden der radikalen Islamisten zu erfahren. Schauspielerin Mirka Ritter schlüpft dabei in eine Doppelrolle, wechselt eindrücklich die Identitäten, zwischen der faszinierten, scheinbar naiven Mélodie auf der einen und der immer stärker abgestoßenen, mutigen Journalistin auf der anderen Seite. Wie wenig all das mit Religion und wie viel mit bloßer Gewalt und der Gier nach Macht zu tun hat, ahnt das Publikum, wenn Schauspieler Neven Nöthig als Darsteller des IS-Kämpfers von seinen Zielen, Ideen und abscheulichen Taten spricht, wenn er Mélodie stolz die Bilder abgeschlagener Köpfe präsentiert, nur um ihr im nächsten Moment seine Liebe zu gestehen. Dabei bleibt das Publikum trotz aller Einblicke auf Distanz zum Terror, denn der IS-Kämpfer steht nie wirklich auf der Bühne, ist immer nur über Mélodies Computerbildschirm präsent.

Der reale Hintergrund des Stückes, dessen Aufführung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, machte die Atmosphäre noch bedrückender. So wurde in der Fragestunde im Anschluss an das Stück deutlich, wie sehr das Thema die Jugendlichen bewegt - ein Theatermorgen, der noch lange in den Köpfen bleiben wird…