Jahresempfang: Gemeinsam aktiv für moderne und leistungsfähige Stadt


Austausch beim Jahresempfang von IMW und Stadt Meschede: Bürgermeister Christoph Weber, IMW-Vorsitzender Meinolf Ewers und Festredner Prof. Dr. Thomas Schwartz (v.li.). Bildnachweis: Stadtmarketing Meschede

Meschede. Was braucht eine Stadt, um sich für die Zukunft gut aufzustellen? Heimat, qualifizierte Arbeitsplätze, eine funktionierende Infrastruktur oder Akteure, die auf der Basis klarer Werte handeln? Eine Stadt benötigt all das zusammen - und vor allem braucht sie aktive Unternehmer und Bürger, die bereit sind, sich für die Zukunft ihres Gemeinwesens einzusetzen. Dies wurde jetzt beim gemeinsamen Jahresempfang von Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW) und Stadt Meschede deutlich.

Mehr als 350 Besucher aus Wirtschaft, öffentlichem Leben, Vereinen, Politik und Verwaltung waren dazu ins Abteiforum der Abtei Königsmünster gekommen. In seiner Begrüßungsansprache betonte Meinolf Ewers, Vorsitzender der IMW, dass der Heimat-Gedanke eine Renaissance erlebe - in der globalisierten Welt werde der eigene Lebensbereich quasi zu einem Anker. Allerdings müsse Heimat immer auch ein „Zukunftsversprechen“ bieten - eben als Ort, der eine gute Zukunft biete. 2018 verspreche ein „Boomjahr“ zu werden; gleichzeitig gelte es aber auch, sich den langfristigen Herausforderungen zu stellen.

Eine davon: Der Mangel an Facharbeitern. „Das, was wir jetzt erleben, ist nur ein Vorspiel im Vergleich zu dem, was uns noch bevorsteht“, meinte Meinolf Ewers - Firmen werden Aufträge nicht annehmen können; Hausbesitzer verzweifelt Youtube-Lehrvideos studieren, weil kein Handwerker „an Land kommt“, um die defekte Toilette zu reparieren. Man müsse „alles, aber auch alles unternehmen, um dem entgegenzuwirken“, forderte Meinolf Ewers.  Dazu sollten Bevölkerungsgruppen in den Blick genommen werden, die bisher nicht im Zentrum des Arbeitsmarktes standen - ältere Bewerber, Menschen mit Handicap, Zuwanderer. Meinolf Ewers: „Die IMW ist bereit, neue und innovative Wege zu gehen - auch wenn wir dafür einen langen Atem haben müssen.“

Bürgermeister Christoph Weber dankte allen Anwesenden für ihr Engagement an den verschiedensten Stellen des öffentlichen Lebens: „Indem sie sich auf vielfältige Weise am politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Leben beteiligen, tragen sie zur Lebensqualität in unserer Stadt bei und legen den Grundstein, dass sie auch weiterhin eine Zukunft hat.“ Aktuell sei Meschede gut aufgestellt: In finanzieller Hinsicht seien 2016 und 2017 erfolgreiche Jahre gewesen - nicht zuletzt deshalb, weil die Wirtschaft vor Ort „brummt“. Dennoch bleibe der Weg zu ausgeglichenen Stadtfinanzen steinig - auch deshalb, weil man auf einen Großteil der Aufwendungen wie etwa Kreis-oder Jugendamtsumlage kaum Einfluss nehmen könne. Man dürfe das wichtigste Ziel - den Haushaltsausgleich im Jahr 2022 - nicht aus dem Blick verlieren, unterstrich Christoph Weber: „Dies bleibt, trotz der sehr positiven Entwicklungen, sehr ambitioniert und ist alles andere als ein Selbstläufer.“

„Was sind Werte wert?“ betitelte Prof Dr. Thomas Schwartz, Festredner des Jahresempfangs, seinen kurzweiligen Vortrag. Der katholische Priester, Hochschullehrer, Autor und Fernsehmoderator machte deutlich, dass Menschen Ziele haben, aus denen sich ihre Handlungen ergeben und schließlich Werte entwickeln. Und die Ziele wandeln sich im Lauf eines Lebens, so Schwartz: Während ein junger Mann vielleicht seine Bauchmuskulatur zum „Sixpack“ machen wolle, stehe es in der „reiferen Jugend“ eher im Vordergrund, die Gesundheit zu erhalten. Und genauso verändern sich auch die Bedürfnisse in der Gesellschaft. Aufgabe eines Unternehmers sei es, dies zu erkennen und zu handeln: „Wer nicht dialogbereit ist, den wird es bald nicht mehr geben.“

Unternehmerische Werte werden so zu Strategien - und es sei nicht möglich, Strategien ohne Menschen umzusetzen. Ein guter Unternehmer müsse daher Wertschätzung mitbringen - gegenüber seinen Kunden, aber genauso gegenüber seinen Mitarbeitern. Ausfluss einer solchen Wertschätzung könnten dann zum Beispiel innovative Arbeitszeitmodelle sein, um den Bedürfnissen älterer wie jüngerer Mitarbeiter gleichermaßen entgegenzukommen. Denn das Ziel unseres Tuns sei stets das Glück, betonte Thomas Schwartz - Werte werden zu den Wegmarken, um dieses Glück zu erreichen.

In ihrem gemeinsamen Jahresempfang greifen Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft und Stadt Meschede regelmäßig Themen auf, die aktuell sind, aber auch in die Zukunft hinausreichen. „Auf diese Weise wollen wir Impulse in die heimischen Unternehmen, aber auch in die Stadt Meschede insgesamt geben“, so Bürgermeister Christoph Weber.