Gemeinsam aktiv: Freiwillige Feuerwehren aus Meschede und Bestwig bilden den ABC-Zug HSK-Mitte


Arbeiten unter erschwerten Bedingungen: Die Schutzanzüge machen einen Einsatz zur schweißtreibenden Angelegenheit. Foto: Feuerwehr

Die Spitze beider Feuerwehren und des ABC-Zuges (v.li.): Andreas Schulte (Leiter der Feuerwehr Bestwig), Olaf Kraft (stellv. ABC-Zugführer), ABC-Zugführer Ludger Laufer, sein Stellvertreter Marc Sellmann und Hubertus Schemme (Leiter der Feuerwehr Meschede). Foto: Feuerwehr

Der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr aus Bestwig und Meschede: Gemeinsam engagieren sich diese Feuerwehrleute zusätzlich zum normalen Dienst. Foto: Feuerwehr

Meschede/Bestwig. Die Einsätze werden immer mehr, dazu noch arbeits- und zeitintensiver. Die Zahl der Unfälle oder Brände, bei denen auch Chemikalien im Spiel sind, habe sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, erklärt der Leiter der Mescheder Feuerwehr, Hubertus Schemme. Bisher war der Löschzug Meschede allein für den ABC-Schutz zuständig und nutzte ein eigenes Gefahrgut-Fahrzeug. Die umliegenden Gemeinden wurden von Meschede aus unterstützt. Dabei gerieten die freiwilligen Feuerwehrleute immer öfter an personelle Grenzen.

Mit einem 2014 verabschiedeten und nun schrittweise umgesetzten Konzept will der Hochsauerlandkreis bei der Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren künftig besser aufgestellt sein. Drei ABC-Züge wurden im Kreisgebiet gegründet. Einer davon ist der ABC-Zug HSK-Mitte (Meschede-Bestwig). Darin aktiv sind derzeit etwa 45 freiwillige Feuerwehrleute aus der Gemeinde Bestwig und der Stadt Meschede. Rekrutiert wurden sie aus den zehn Löschgruppen und zwei Löschzügen im Stadtgebiet Meschede sowie dem Löschzug und den fünf Löschgruppen in der Gemeinde Bestwig. Zugführer ist Ludger Laufer (Meschede), seine beiden Stellvertreter sind Olaf Kraft (Bestwig) und Marc Sellmann (Meschede).

Der Hochsauerlandkreis steuert für jeden der drei Züge je einen Gerätewagen Gefahrgut bei. Vorteil der identischen Ausstattung: „Jeder ABC-Zug im HSK ist auf dem gleichen Stand, die Fahrzeuge sind genau gleich bestückt. Das erleichtert die Zusammenarbeit“, erläutert Marc Sellmann. Denn bei größeren Gefahrenlagen sollen die drei Züge gemeinsam agieren.

In Meschede wird das Fahrzeug des Zuges ABC-Zuges HSK-Mitte (Meschede-Bestwig) stationiert, mit der Lieferung wird Anfang 2018 gerechnet, so Hubertus Schemme. Vor dem Start des ABC-Zuges müssen vor Ort noch Anschaffungen getätigt werden: Einen Mannschaftstransportwagen benötigt man in der Gemeinde Bestwig noch, außerdem Platz für Fahrzeug und ABC-Ausrüstung, berichtet Andreas Schulte, Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Bestwig.

Die Ehrenamtlichen, die sich dem ABC-Zug angeschlossen haben, übernehmen diese Aufgaben zusätzlichen zum normalen Dienst in ihren Heimateinheiten. Einmal im Monat wird gemeinsam praktisch geübt, dazu kommt ein- bis zweimal im Jahr eine Samstagsübung. Die Ausbildung läuft seit über einem Jahr. Das Grundwissen – den ABC1-Lehrgang – haben die meisten der Mitglieder des ABC-Zuges schon.

Doch ganz praktisch wird noch sehr viel mehr geübt. Ein Schwerpunkt dabei ist der Umgang mit dem Chemiekalienschutzanzug – der ist nicht ganz einfach zu handhaben. Luftdicht abgeschlossen, die Hände in drei Paar Handschuhen, Kommunikation ist nur per Funk möglich: Da schwitzt der Feuerwehrmann nicht nur ordentlich, sondern kann sich auch nur schwer bewegen. Etwas, das man üben muss, um im Notfall mit den Bedingungen zurecht zu kommen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Dekontaminierung: Wer mit gefährlichen Stoffen in Kontakt war, muss gründlich abgeduscht werden.

Schnelles Arbeiten, erklärt Olaf Kraft, stehe nicht im Vordergrund der Arbeit im ABC-Notfall: „Wichtig ist, konzentriert und handwerklich korrekt zu arbeiten.“ Der Gerätewagen Gefahrgut sei im Grunde in großer Werkzeugkasten – ausgestattet mit Pumpen, Geräten zum Aufsaugen von Flüssigkeiten, Behältern und Handwerksausrüstung verschiedenster Art.

Der neu geschaffene Zug wird so gut wie nie zuerst am Einsatzort sein: „Eine andere Einheit wird immer schon vor uns da sein, der Einsatzleiter beurteilt die Lage und alarmiert dann den ABC-Zug nach“, schildert Ludger Laufer. Vor Ort sei die Feuerwehr nur zur Gefahrenabwehr eingesetzt. Um die Entsorgung gesicherter Stoffe kümmern sich dann Spezialfirmen.