Historische Gebäude
Eversberger Rathaus
Das Rathaus auf dem Marktplatz erinnert daran, daß Eversberg bis zur kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 eine selbstständige Stadt war.
Auf einem massiven Untergeschoss mit spätgotischen Fenstern wurde 1750 der einstöckige Fachwerkbau mit einem geschwungenem Mansardendach neu errichtet.
Seit Eversberg ein Ortsteil der Stadt Meschede ist, wird der frühere Sitzungssaal für kulturelle Veranstaltungen benutzt. Im Rathaus befindet sich ausserdem eine gut geführte Stadtbibliothek.
Für den Bürgermeister und die Ratsherren der Stadt galt folgender Spruch aus dem Jahr 1242, der im Flur des Rathauses zu lesen ist, als Richtschnur für ihr politisches Handeln:
"Haltet hoch die Freiheit und das Recht Fort bis ins ferneste Geschlecht!
Halt hoch die Treue und die Ehr Mit blankem Schild und blanker Wehr!
Den Ratsherrn ziemt nicht Eigennutz. Gemeinwohl ist ihr bester Schutz.
Halt hoch die Heimat immerdar Wie´s Sitte unsrer Väter war"
Der Eingang ist mit einem Eberkopf, dem Wappentier der Stadt, und mit einem mächtigen Hirschgeweih geschmückt.
Eine Inschrift unter dem Eberkopf besagt, daß das Schwein am 27. Januar 1764 von den Eversbergern gefangen wurde.
Hitorische Grundschule
Die historische Eversberger (katholische) Grundschule in der Johannisstraße 4 von 1912 von der Stadt Eversberg erbaut.
Im vorderen Bereich - zur Johannisstraße hin - ist das Obergeschoß in Fachwerk gehalten.
Im Erdgeschoß - zum Schulhof hin - befindet sich die große, doppelflülgige Holzeingangstür. Diese gewaltige Rundbogentür mit Oberlicht wird eingerahmt von Sandsteinsäulen mit großer Überdeckung, worin der Schriftzug "UNSEREN KINDERN 1912" zu lesen ist. Links neben der Eingangstür ist ein Sandsteinornament mit dem Eversberger Wappen angebracht.
Die vielen Dachhäuschen beleben das zweigliederige Mansarddach, mit Vordergiebel und Naturschieferdeckung.
Bei der Planung stand sicherlich das Eversberger Rathaus Pate, da dieses im gleichem Stil erbaut ist.
Hinter den großen Holzsprossenfenstern der Schule befinden sich die Klassenräume. Vier Schulklassen besuchen heute noch diese katholische Grundschule.
Die Schule ist seit 1983 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Meschede eingetragen.
Altes Feuerwehrgerätehaus
Das alte Feuerwehrhaus von 1930 ist ein eingeschossiger Fachwerkbau auf einem Bruchsteinsockel mit Satteldach, das nach Osten hin abgewalmt ist. Im vorderem Drittel nach Westen hin erhebt sich dann ein Fachwerkturm, der sich im zweiten Geschoß trapezförmig verjüngt. Quadratisch wird er dann über zwei weitere Stockwerke aus Fachwerk bis zum Pyramidendach geführt. Die Turmfront und die beiden Dächer sind verschiefert, wobei die einzelnen Geschosse durch umlaufende Gesimsbretter abgesetzt sind. Der Turm hat an jeder Seite eine Fensterachse, das Gebäude hat traufenseitig links drei und rückwärtig eine Fensterachse. Die Frontseite im Erdgeschoß ist verputzt und mit einem Metalltor versehen.
Bis 1984 diente dieses Gebäude der freiwilligen Feuerwehr zur Unterstellung des Feuerwehrfahrzeuges bzw. im Turm wurden nach jedem Einsatz die Schläuche getrocknet.
Ein neues Feuerwehrgerätehaus an der Buchsplitt steht seit dieser Zeit der Eversberger Löschgruppe für den Einsatz zur Verfügung.
Katholisches Pfarrhaus
Das alte Pfarrhaus war ursprünglich eingeschossig mit Satteldach; Erd- und Kellergeschoss sind massiv.
Das Obergeschoss ist aus Fachwerk. Giebel- und Wetterseite (Westen) sind verschiefert. Es wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts vom damaligen Pastor für die Unterkunft seines Vikars aufgestockt.
Interessant sind hierbei die kleinen Nebengiebel nach Westen und Osten. Nach Osten hin ist das Fachwerk im Obergeschoss noch sichtbar, ebenso das Fachwerk des kleinen Nebengiebels, der zusätzlich noch einen kleinen Krüppelwalm hat.
Burgruine
Von der ehemaligen Burg - gelegen auf einem Bergkegel (453 m über NN) hoch über Eversberg - ist nur noch ein kleiner Steinturm vorhanden, der zu einem Aussichtsturm ausgebaut wurde. Über eine hölzerne Freitreppe gelangt man auf eine Plattform, die zu einem weitreichenden Blick in das Land der Tausend Berge einlädt. Eine Bronzetafel zeigt dem Besucher die Sehenswürdigkeiten mit Höhenangabe in der umliegenden Landschaft. An einem Fahnenmast in der Mitte weht in den Sommermonaten die blau-weiße Fahne des Schützenvereins. Zur Weihnachtszeit wird dort ein beleuchteter fünfzackiger Stern angebracht, der weit in die dunkele Landschaft hinein das Ereignis der Geburt Christi verkündet.
Die Eversberger Burgruine ist seit 2001 in die Denkmalliste der Stadt Meschede eingetragen.
Historie:
Der Überlieferung nach erbaute hier Graf Eberhard von Arnsberg in der Zeit von 1093-1124 zunächst eine feste Burg mit zwei Ringmauern. Damals war Eversberg ein bewaldeter Bergkegel, der von dem Grafen von Arnsberg allein zur Jagd benutzt wurde und daher wohl von einem Wildeber seinen Namen erhielt.
Als Graf Gottfried III. von Arnsberg, Besitzer der Burg wurde, war die Grafschaft Arnsberg ringsum eingeschlossen von den Besitzungen des Erzbischofs von Köln. Dieser errichtete an verschiedenen Stellen befestigte Plätze und engte das Arnsberger Gebiet immer mehr ein. Graf Gottfried sah sich daher gezwungen, seine Grafschaft durch starke Städte zu schützen.
Er gründete im Jahre 1242 Eversberg und verlieh der neu gegründeten Stadt das Lippische Stadtrecht. Durch den Bau dieser Burg schützten die Arnsberger Grafen Ihr Besitztum nach Osten.
In der Burg wohnte ständig ein "Burgmann", der auch die Abgaben für den Grafen einzog. Auf alten Stichen kann man erkennen, daß zu der Burg noch 3 Türme mit hohen Gebäuden gehörten.
