NRW feiert Geburtstag, - Ein Anlass, in Meschede zurückzublicken.
Meschede. Bietet das Jahr 1946 den Meschedern einen Grund zu feiern?
Aus heutiger Sicht sicherlich. Mit der von der britischen Militärregierung am 23.8.1946 erlassenen Verordnung Nr. 46 wurden die beiden Provinzen Nordrhein und Westfalen aufgelöst und als neues Land Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Briten sprachen bei ihren Planungen übrigens nicht von einer „Geburtsstunde“, sondern von einer „Hochzeit“. „Operation Marriage“ (Unternehmen Hochzeit) nannten sie ihre Lösung.
Im Stadtarchiv Meschede sind viele Dokumente aus dieser Zeit vorhanden: Gründungsaufrufe der sich neu zu gründenden Parteien, die übrigens von den britischen Militärbehörden bereits schon ein Jahr früher - 1945 - auf Orts- und Kreisebene gestattet wurden; Dokumente zu den Kommunalwahlen, etc.
In den Beständen des Stadtarchivs dokumentiert sich auch die Not der Bevölkerung: Die Wohnungsnot, der Nahrungsmangel, Mangel in jeglicher Form, die Probleme der Flüchtlinge, die fehlenden Männer, die im Krieg getötet worden waren oder noch in Gefangenschaft gehalten wurden.
Außer in den Akten spiegelt sich etwas von der damaligen Situation in den Annoncen der Bürgerinnen und Bürger.
Zuerst wurden solche Annoncen im Mitteilungsblatt für den Kreis Meschede aufgegeben. Zeitungen konnten zunächst nur nach Erteilung einer Lizenz herausgegeben werden. Die „Lizenzpresse“ war mit den neu zugelassenen Parteien verknüpft, aber sie war kein Parteieigentum. So war die zunächst in Soest und später in Hagen erscheinende Westfalenpost eine CDU-Zeitung.
Auch die Ausgaben der lokalen Zeitungen seit 1948 (WP) bzw. 1953 (WR) stehen im Stadtarchiv - nach vorheriger Anmeldung (0291/205-412) den Besucherinnen und Besuchern zur Einsicht zur Verfügung.
