Die evangelische Gemeinde
Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555 bestimmte der Landesherr das Religionsbekenntnis seiner Untertanen. Das Herzogtum Westfalen gehörte zum kurkölnischen Sauerland.
Die Erzbischöfe von Köln waren auch die weltlichen Herrscher. Deshalb lebten im Herzogtum Westfalen zunächst auch nur katholische Christen.
Erst als das Herzogtum Westfalen 1803 an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt abgetreten wurde, kamen aus dem Lande der neuen Herrschaft Beamte, Handwerker und Hausbedienstete, die dem evangelischen Bekenntnis angehörten, ins Sauerland. Im Jahre 1814 wurden in Freienohl nur zwei evangelische Christen gezählt. Um die Jahrhundertwende betrug ihre Zahl 40 Seelen. Sie besuchten mit den evangelischen Christen Oeventrops gemeinsam die kleine Kirche, die an der Straße zwischen Oeventrop und Freienohl liegt.
Der erste Gottesdienstraum in Freienohl war wenig feierlich: Es war der Küchenraum der Schützenhalle. Später versammelten sie sich in einem Raum der alten Schule. Die Kirchenbetreuung wurde von Oeventrop aus durchgeführt, das damals noch eine Predigerstelle der Muttergemeinde Arnsberg war.
Nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich die Zahl der evangelischen Christen in Freienohl erheblich vergrößert, da mit dem Flüchtlingsstrom auch neue Gemeindemitglieder kamen. Anfangs wurde der Gottesdienst im Tanzsaal eines Hotels gefeiert, später stellte die katholische Kirchengemeinde den evangelischen Christen ihren Raum zur Verfügung. 1956 hatte die evangelische Gemeinde ca. 400 Angehörige. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche ist also verständlich.
Dank des unermüdlichen Bemühens von Pfarrer Graf aus Oeventrop gelang es mit Unterstützung der Amtsverwaltung am Ostausgang des Ortes, unmittelbar am Ufer der Ruhr (Plastenberg), ein Grundstück zu erwerben. Am Sonntag, dem 29. Juli 1956 fand die Grundsteinlegung zum neuen Gotteshaus statt. Am 22. Dezember 1957 konnte das neue Gotteshaus, die Kreuzkapelle, durch Oberkirchenrat Dr. Rahe, Bielefeld, eingeweiht werden.
Die kleine Gemeinde brachte im Baujahr die bedeutende Summe von 15.000 DM auf.
