Der Dreißigjährige Krieg


Freienohl im Dreißigjährigen Krieg

Freienohl im Dreißigjährigen Krieg Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde das Sauerland in den ersten 12 Jahren, also bis 1630, weniger als andere Landschaften Westfalens betroffen. Die Vereinigung der geistlichen Territorien Westdeutschlands in einer Hand gewährte zunächst relativen Schutz. Außerdem war das Sauerland ein unzugängliches Bergland, nur von wenigen Straßen durchzogen, die fast alle über die Höhen führten, wie der Plackweg. Die Soldaten liebten aber nicht die Berge mit ihren dunklen Wäldern und den tiefen Schluchten. Dazu kam auch, dass hier anscheinend wenig zu holen war. Aus Berichten geht hervor, wie mühsam das Land gerodet und beackert wurde und wie karg der Ertrag war. Darum wurde zunächst auch nur die Umgebung des Sauerlandes heimgesucht.

Dies änderte sich mit dem Jahre 1631. Mit diesem Jahr hob auch für das Sauerland die Leidenszeit an. Im Sommer des Jahres 1634 belagerte der Landgraf Wilhelm von Hessen, der mit den Schweden verbündet war, die Stadt Arnsberg, die durch eine kaiserliche Besatzung verteidigt wurde. Der hessische Generalmajor Beckmann, ein gebürtiger Arnsberger, hatte beim Kloster Wedinghausen sein Hauptquartier aufgeschlagen. Die hessischen Landsknechte machten in dieser Zeit die ganze Umgebung unsicher. An Einquartierungen und Durchzügen hat es nicht gefehlt. Damals galt noch als Grundsatz, dass der Krieg den Krieg ernähren müsse. Nach der Eroberung einer Stadt wurde den Söldnern gewöhnlich eine 6-stündige Generalplünderung zugestanden. Die rohen Landsknechte waren der Schrecken der Bauern und Bürger, besonders aber der Frauen und Kinder.

Der Krieg brachte aber nicht nur Plünderungen, von denen die Kirchenbücher in wenigen, eindrucksvollen Zeilen berichten, sondern mit ihm kam die große Pest - und damit das große Sterben - nach Freienohl. Nur sieben Paar Eheleute sollen lebend geblieben sein, heißt es in einem Kirchenbuch. Die Grafenwiese und andere Ländereien hinter dem Plastenberg wurden zu Schleuderpreisen verkauft, die Schnadebezirke vernachlässigt. Einige Jahre später werden als wüste Wiesen und Ländereien folgende Grundstücke genannt: Die St. Nikolaus Wiese, die „2. Dorpfswiese“, die Gronenwiese usw.. „Die gantze Lenderey under und boven der Olper Wege hatt niemandt“. Gegen Ende des Krieges - 1646 - waren abermals feindliche Truppen in der Nähe. Der schwedische Generalmajor Douglas war mit 14 Reiterregimentern gegen Arnsberg gezogen. In der Umgebung Arnsbergs raubten die Schweden u.a. eine Menge Pferde und brachten diese dann zu dem Trupp, der auf dem Schehde zwischen Oeventrop und Freienohl hielt (Schehde = Scheide = Schärse). Das Kloster Rumbeck wurde ausgeplündert, die Stadt Arnsberg jedoch nicht eingenommen.

Auch die Gotteshäuser waren nicht verschont geblieben, das Sakrament der Firmung seit Jahren nur selten gespendet worden. Ungeachtet des noch fortdauernden Krieges unternahm der Weihbischof Bernard Frick im Juli 1645 eine Firmungs- und Konsekrationsreise durch das Sauerland. Am 22. November firmte er in der Stiftskirche zu Meschede 200 Pfarrangehörige aus Freienohl und anderen Orten.

Als dieser Krieg endlich zu Ende ging und im Jahre 1648 in Münster und Osnabrück die Friedensverträge unterschrieben wurden, da hatte Westfalen ¼ seiner Bevölkerung verloren. Es fehlte an allem, an Gerät, an Saatkorn und Vieh. Dass die Sauerländer den Mut nicht sinken ließen, bezeugt der Spruch, den ein Bauer an sein neu erbautes Haus schrieb:

Ein grausiger Krieg, Pest Morden und Brand
haben gewütet im ganzen Land.
Man hat uns sogar von der Scholle vertrieben;
nur ein Greis und ein Jüngling war’n übriggeblieben.
Doch wir haben gläubig zum Himmel geschaut
und auf die Kraft unserer Fäuste vertraut.
Zuerst haben wir die Felder bestellt,
erst nach Jahren wurde dies Haus hier erstellt.
Mit Schaffen und Werken und Blicken nach oben
haben wir den Hunger und die Not behoben.
Gott schütze dies Haus vor Morden und Brand
und behüt unser geliebtes Heimatland!

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