Eversberg
1242 befestigte Graf Gottfried III. von Arnsberg den Nordosten seiner Grafschaft gegen Köln durch die Gründung der Stadt Eversberg mit Lippstädter Recht, eigener Münzstätte, Gerichtsbarkeit und freier Markennutzung. Die Festlegung städtischen Rechts und die Zuweisung von Holz und Weide im nördlichen Arnsberger Wald waren die Grundlage und der Ansporn für die Bürger zur inneren Gestaltung des Gemeinwesens.
Mit dem Verkauf der Grafschaft Arnsberg an das Erzstift Köln 1368 wurde Eversberg kurkölnisch. Der Ort blieb wirtschaftlich eine Ackerbürgerstadt. Die günstiger im Ruhrtal gelegene Freiheit Meschede zog mit zunehmender Verstädterung den Nahmarkt an und verhinderte eine Entfaltung Eversberger Marktprivilegien.
Die bäuerliche Erwerbsstruktur bedingte die gleich bleibende Bevölkerungszahl über Jahrhunderte.
Stadt des kurkölnischen Westfalens
Erzbischof Kuno von Trier bestätigte den Bürgern von Eversberg alle Rechte und Privilegien, die sie bisher von den Arnsberger Grafen besaßen. Die Burg wurde weiter als Lehen an Adelige ausgegeben, besonders an die Familie von Meschede. Eversberg wurde als Stadt in den Kreis der Städte des kurkölnischen Westfalen eingereiht und beschickte die Städtekurie des Landtages. 1473 besetzten die Hessen Burg und Stadt.
1477 verpfändete Erzbischof Ruprecht die Hälfte von Schloss, Stadt und Amt Eversberg aus finanzieller Not an Bernhard VII. zur Lippe, der die hessische Besatzung vertrieb und Burg und Stadt bis 1481 besetzt hielt. 1582 widersetzte sich Eversberg mit weiteren 16 Städten dem Vorhaben von Erzbischof Gebhard, das Erzbistum Köln in ein weltliches Fürstentum umzuwandeln. Der 30-jährige Krieg brachte viel Not und Elend über Eversberg. Viele Häuser wurden zerstört, die Pest wütete. Da die Stadtkasse leer war, mussten 35 Gärten von der Stadt verkauft werden.
Samtgemeinde Amt Eversberg
1802 wurde Eversberg hessisch und fünf Jahre später löste man die alte kölnische Amtsverfassung auf. Während der napoleonischen Kriege kämpften Eversberger Söhne in Spanien und wirkten beim Vorstoß auf Moskau mit. Nur wenige Ortschaften in Westfalen haben ein so bedeutende Jungmannschaft in den Napoleonischen Kriegen gestellt wie Eversberg.
1816 fiel Eversberg an Preußen. 1846 nahm eine "Walze" (Infos sind im unteren Bereich aufrufbar) in dem Eversberger Ortsteil Heinrichsthal ihren Betrieb auf, und zwei Jahre später wurde dort ein Tuchfabrik gegründet.
1854 wurde auf Antrag der Stolberger Zink AG in Ramsbeck der Sitz der Samtgemeinde und des Bürgermeisters von Eversberg nach Velmede verlegt. Diese Samtgemeinde erhielt den Namen Amt Eversberg. Mit der Neuordnung der unteren Gemeindordnung wurde das Amt in zwei Verwaltungen geteilt, deren westlicher Verwaltungsbezirk Meschede und deren östlicher Eversberg wurde.
1860 wurde eine Spinnerei erbaut und fünf Jahre später in Eversberger Ortsteil Wehrstapel das Hammerwerk M. Busch.
1909 kam es zur Umbenennung des Amtes Eversberg in Amt Bestwig.
1975 wurde Eversberg Stadtteil von Meschede.






