Die Entwicklung der Hennetalsperre


Die idyllische 1. Hennetalsperre um 1910

Die Talsperre und Bau des neuen Staudamms

Die wichtigen Eckdaten:

Bauzeit:
1901 bis 1905

Zweck:
Sicherung der Wasserversorgung des Ruhrgebietes in Trockenzeiten

Ausführung:
in handgemauerter Bruchsteinmauer, Feldbahnen und Loren als einzige technische Hilfsmittel. Alle Bohrungen mußten noch mit Hammer und Meißel durchgeführt werden

Maße der Staumauer:
im Grund 28 m breit, Mauerhöhe 38 m, Länge der Mauerkrone 370 m

Einzugsgebiet (d.h. der Raum, dessen Niederschläge zum Sperrbecken abgeführt werden):
54 km²

Größe der Wasserfläche:
85 ha / 850.000 m²

Fassungsvermögen:
11 Mio m³ Stauinhalt

Baukosten:
2,5 Millionen Goldmark (Verrechnungseinheit der stabilen Währung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg)

Bauherr:
„Genossenschaft obere Ruhr", ab 1927 „Ruhrtalsperrenverein / Ruhrverband, Essen"

Luftbild

Die Veränderung der Landschaft, die Bedeutung für die Stadt

Veränderungen im Landschaftsbild:
Die durch die Talsohle verlaufende Landstraße Minden-Koblenz mußte höher gelegt werden.

Der alte Gutshof Hellern, einige 100 m oberhalb der Mauer gelegen, mußte verschwinden; ebenso die noch etwas weiter oberhalb gelegene Pulvermühle der Köln-Rottweiler AG.

Die 1863 gebaute Leistenfabrik von Lex, etwas unterhalb des Hellerschen Gutshofes, wird näher zur Stadt hin neu aufgebaut. Unterhalb der neuen Lex-Fabrik entsteht das erste Elektrizitätswerk der Stadt, das "Elektrizitätswerk Meschede GmbH", zu dessen Baukosten die Stadt einen Zuschuß zahlt. Es liefert der Stadt erstmalig elektrischen Strom, und zwar Gleichstrom, erzeugt von zwei Wasserturbinen von je 120 KW.

Bedeutung für die Stadt:
Die erwartete Verhütung der Überflutung der Stadt bei Hochwasser trat nicht ein.

Insbesondere 1909 und 1926 wurde die Innenstadt Meschedes von einer erheblichen Überflutung getroffen.

Bau der Sperrmauer 1903
Denkmal für Otto Intze, den Planer der Talsperre, auf der Sperrmauer

Denkmal für Otto Intze, ...

dem Planer der Talsperre, auf der Sperrmauer
Probestau

Das verschwunde Dorf ...

Das Dorf Hellern verschwindet beim ersten Probestau im Wasser der Hennetalsperre
Die Staumauer 1948 - das Wasser ist zur Kontrolle der Undichtigkeiten abgelassen
Mai 1954 - die alte Sperrmauer wird abgebrochen

Die weitere Entwicklung

Im Laufe der Jahre wurde die Sperre unterläufig, d.h. undicht.

Die Mauer war zwar auf Felsengrund gesetzt, aber in der Tiefe lagen Keratophyrtuff- und Flinzschichten mit Kalkeinschlüssen. Diese Kalkeinschlüsse wurden mit der Zeit ausgewaschen, so dass das Wasser unter der Mauer her entweichen konnte.

Wälder von Pestwurz entwickelten sich unterhalb der Mauer.

Die Sperre konnte ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Zudem bestand auf Dauer die Gefahr, daß die Mauer einbrach.

Am 20.12.1948 wurden deshalb alle Drosselklappen geöffnet, um nie wieder zu geschlossen zu werden. Die Talsperre lief leer.

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