Die Zugehörigkeit zum Hansebund


Meschede ist Mitglied des westfälischen Hansebundes

Die Stadt Meschede, seit 1992 Mitglied des westfälischen Hansebundes der Neuzeit, setzt sich seit der kommunalen Neugliederung 1975 aus den ehemaligen Gemeinden und Städten

  • Meschede,
  • Eversberg,
  • Grevenstein, Freienohl,
  • Remblinghausen,
  • Calle,
  • Visbeck
    und
  • Meschede-Land

zusammen.

Allein vier dieser Orte sind ehemalige Mitglieder des Hansebundes und zwar die früheren Städte:

  • Eversberg (Einwohnerzahl 1993: 1.933)
    und
  • Grevenstein (Einwohnerzahl 1993: 1.021)

sowie die Freiheiten

  • Freienohl (Einwohnerzahl 1993: 4.414)
    und
  • Meschede (Einwohnerzahl 1993: 16.896).
Wappen Westf. Hansebund

Welche Stadtteile waren Mitglied ?

Welche jetzigen Mescheder Stadtteile Mitglieder des Hansebundes waren, wird in der Fachliteratur unterschiedlich gesehen.

Nach Luise von Winterfeld traten viele westfälische Hansestädte wegen der Ungunst der Überlieferung erst sehr spät als Hansestädte hervor. Nach ihrer Meinung darf man jedoch eigentlich für jede westfälische Stadt die Hansezugehörigkeit als selbstverständlich annehmen. L. v. Winterfeld nennt als zugewandte Orte zu Arnsberg u. a. die Städte Grevenstein und Eversberg sowie die Freiheit Freienohl. Meschede wird nicht als Hanseort genannt.

Die Zugehörigkeit der Stadt Eversberg zur Hanse war nach Angaben von Winterfeld in der Zeit von 1535 bis 1608. 1608 verließ Arnsberg den Hansebund.

Dr. M. Wolf nennt in der Chronik von Freienohl die Städte Eversberg und Grevenstein sowie die Freiheit Freienohl als zugewandte Orte der Beistadt Arnsberg. Wolf schreibt, dass die Mitgliedschaft für die kleinen Städte und Freiheiten eine große Belastung bedeutete, da ihnen die Zahlung der Beiträge sicherlich nicht leicht fiel. Trotz allem sah man die Nützlichkeit der Mitgliedschaft, da man z.B. in Soest das Recht auf Detailhandel in Anspruch nehmen, Rechtsschutz genießen und sich freier Bewegungsmöglichkeiten und Zollvergünstigungen erfreuen konnte. Ein weiterer Vorteil in der Mitgliedschaft lag auch in der Erleichterung bei der Regelung von Nachlass- und Erbschaftsahngelegenheiten.

In der Chronik von Freienohl zählt Wolf Meschede nicht mit zu den Hansestädten wohl aber in seinem Westfälischen Städteatlas von Meschede. In diesem Atlas schreibt Wolf, dass Meschede über den Vorort Arnsberg an die Hanse angeschlossen war, ohne dass sich dies in erkennbarem Maße niederschlug.

Dr. K. Tücking nennt in seinem 1875 in den Blättern zur näheren Kunde Westfalens (XIII. Jahrgand) abgedruckten Aufsatz über "Die zur Hansa gehörigen Städte Westfalens" als Hansestädte unter Arnsberg u. a. die Orte Grevenstein, Freienohl und Meschede. Er erwähnt nicht die Stadt Eversberg.

Prof. Karl Féaux de Lacroix bezieht sich in seinem 1904 veröffentlichten Vortrag "Über den Anteil des Sauerlandes an den großgeschichtlichen Bewegungen des späteren Mittelalters" auf die livländischen Urkundensammlungen, wonach die Namen Eversberg, Grevenstein und Meschede als Personennamen in Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts vorkommen. Als Beispiel nennt er u. a. "Gerwinus de Grevenstein" und "Tymo de Meskede". Lacroix erwähnt bei seiner Aufzählung der Arnsberger Unterstädte zwar Grevenstein, Freienohl und Meschede, er lässt Eversberg jedoch aus.

F.J. Pieler schreibt in seinem 1854 in der Westfälischen Zeitschrift erschienenen Aufsatz "Über die Theilnahme der süderländischen Städte an der deutschen Hansa und das Ausscheiden derselben aus der Verbindung", dass sechs Städte, darunter Eversberg und Grevenstein, und sieben Freiheiten, darunter Freienohl, unter der Stadt Arnsberg standen.

Pieler bezieht sich auf ein Aktenheft im Stadtarchiv Arnsberg, welches die Korrespondenz Arnsbergs mit seinen Unterstädten wiedergibt. Diese Briefe beinhalten u. a. Einladungen zu Vorberatungen von Hansetagen, Einforderungen der Hansebeiträge sowie klägliche Bitten von Seiten der kleinen Städte und Freiheiten um Milderung der Beiträge.

Es existieren im Stadtarchiv Arnsberg noch heute Abschriften von Originalschreiben aus den Jahren 1535 bis 1564 (Bestand Stadtarchiv Arnsberg, Urk. Nr. 9/2 und Nr. 9/6). Anhand dieser Abschriften kann nachgewiesen werden, dass alle vier heutigen Stadtteile von Meschede nämlich Eversberg, Grevenstein, Freienohl und Meschede mehrfach von der Stadt Arnsberg in Hanseangelegenheiten angeschrieben worden sind so z.B. auch im Jahre 1562.

Im Rahmen von Verzeichnungsarbeiten im Stadtarchiv Meschede wurde ein Originalschreiben aus dem Jahr 1604 der Stadt Arnsberg an die Freiheit Meschede aufgefunden. Bei dem Fund handelt es sich um ein Schreiben vom "Burgermeistere und Rath dero Stette Arnspergh" an "den Ersamen vorsichtigen Burgermeister und Rath der Freiheitt Meschede, unseren besonders gunstigen guthen freunden".

Der Bürgermeister von Arnsberg, Arnsberg war Vorort von Soest, bittet seinen Mescheder Kollegen in sehr höflichem Ton um die Zahlung der abgesprochenen Hansebeiträge: "...auff gemeinen, als particular anzetagen vom jar 1572 bis hirzu verschossenen uncosten mittzuzihunge anderer westvelischen stette erlagtt werden sollen, das alsdan Euer Erwürden (Bürgermeister und Rat von Meschede) bei der uralthen loblichen societet der anzestette verpleiben und iro Quoten mitbeischießen wollen, dessen werden dieselb sich alnach guther maßen woll zuerinneren wissen,...". Dieser Satz weist eindeutig daraufhin, dass die Freiheit Meschede schon längere Zeit Mitglied des Hansebundes war, da der Bürgermeister von Arnsberg vom "verpleiben wollen" der Freiheit Meschede im Hansebund spricht.

Der Brief endet, nach Erklärung der Zahlungsmodalitäten, mit der erneuten Bitte des Bürgermeisters von Arnsberg, den geforderten Betrag, der an die Stadt Soest weitergeleitet werden muss, zu bezahlen, "...damitt wir unserenn glauben bei gnädigen hern von Soist retten mogen...".

Die Mescheder sorgten dafür, dass der Arnsberger Bürgermeister sein Gesicht nicht vor dem Gnädigen Herrn von Soest verlor, denn die Bitte des Arnsbergers wurde am 31. Juli 1604 erfüllt. An diesem Tag brachte ein Bote die gewünschte Summe nach Arnsberg.

Aufgrund von fehlenden oder nicht bekannten Primärquellen kann leider nichts über die Auswirkungen der Hansezugehörigkeit in den vier Orten geschrieben werden. Die Aufgabe für die Zukunft wird sein, nach weiteren Primärquellen zu forschen.

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